Podarcis erhardii / Ägäische Mauereidechse

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  • Podarcis peloponnesiacus / Peloponnes-Mauereidechse

    Podarcis peloponnesiacus / Peloponnes-Mauereidechse

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  • Podarcis cretensis / Kretische Mauereidechse

    Podarcis cretensis / Kretische Mauereidechse

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  • Podarcis levendis / Pori-Mauereidechse

    Podarcis levendis / Pori-Mauereidechse

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  • Nominatform, Männchen: GR / Serifos, 18.04.2018

    Podarcis erhardii besiedelt die südliche Balkanhalbinsel sowie zahlreiche Ägäische Inseln. Es handelt sich um eine typische Mauereidechse ohne besondere Habitatansprüche. Derzeit werden 20 Unterarten unterschieden – insbesondere für einzelne Ägäische Inseln –, die aber größtenteils nicht valide sein dürften. Dennoch besteht innerhalb der Art eine hohe genetische und morphologische Variabilität. Möglicherweise handelt es sich bei den Tieren des Festlands und jenen auf den ägäischen Inseln um zwei verschiedene Arten. Wenn man noch tiefer untergliedern wollte, wäre folgende Systematik denkbar:

    Festland:
    - Podarcis erhardii riveti: Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Kosovo, Nördliches Griechenland, möglicherweise auch nördliche Sporaden
    - Podarcis erhardii livadiacus: Attika, Evia und Nordost-Peloponnes

    Der Status der Unterart ruthveni auf den nördlichen Sporaden ist nicht abschließend geklärt: Nach genetischen Untersuchungen ist diese eng mit der Unterart riveti verwandt. Es gibt aber auch genetische Analysen, nach denen es sich hier um eine eigene Gruppe handelt.


    Ägäis:
    - Westliche Form – westliche Kykladen (Sifnos und Serifos – die Tiere auf diesen Inseln entsprechen der Nominatform - sowie Kithnos)
    - Zentrale Form – zahlreiche Inseln der zentralen Kykladen einschließlich Tinos, Mykonos, Naxos
    - Östliche Form – ostägäische Inseln (Anafi, Astypalea und einige unbewohnte Eilande)

    Die westliche und die zentrale Form scheinen eng verwandt zu sein.

    Über die künftige Taxonomie lässt sich im Moment nur spekulieren – hier besteht noch erheblicher Forschungsbedarf.

  • Verbreitung von Podarcis erhardii

    Subsp. riveti:

  • Subsp. riveti, Männchen: GR / Ossa, 03.06.2009

    Das Verbreitungsgebiet von Podarcis erhardii riveti überschneidet sich mit dem von Podarcis muralis und Podarcis tauricus sowie Podarcis ionicus. Beide Arten können sehr ähnlich aussehen – Podarcis muralis hat aber oftmals eine dunkle vertebrale Linie, die bei Podarcis erhardii riveti fehlt. Wo beide Arten vorkommen, besiedelt Podarcis muralis oftmals die feuchteren Mikrohabitate.

    Männchen vor Podarcis erhardii riveti haben zum Teil eine kräftig orangefarbene Bauchfärbung, welche bei Podarcis tauricus meist gelblich oder weiß ist. Zudem weist Podarcis tauricus im Frühjahr eine kräftige Grünfärbung auf, während solche Grüntöne bei Podarcis erhardii riveti nicht vorkommen. Gleiches gilt für die Unterscheidung von Podarcis erhardii riveti und Podarcis ionicus.

  • Subsp. riveti, Männchen: GR / Vikos, 10.06.2009

    Subsp. livadiacus:

  • Subsp. livadiacus, Männchen: GR / Peloponnes, 26.10.2012

    Die Unterart scheint eine Präferenz für montane Habitate zu haben (auf Evia und dem Peloponnes lebt sie auf über 1000 m Höhe – es gibt aber auch Nachweise in deutlich tieferen Lagen).

    Von Podarcis muralis unterscheidet sich diese Form ebenfalls durch die fehlende vertebrale Linie. Männchen von Podarcis erhardii livadiacus haben zudem eine charakteristische Bronzefärbung auf Schulter und Rücken. Wo beide Arten vorkommen (z.B. Evia, Peloponnes), besiedelt Podarcis muralis oftmals die feuchteren Mikrohabitate.

    Auf dem Peloponnes kommt zudem auch Podarcis peloponnesiacus syntop mit Podarcis erhardii livadiacus vor. Vor allem weibliche Tiere beider Arten können sich sehr ähnlich sehen. Podarcis erhardii hat in der Regel dunkle Flecken auf den Labialen, die bei Podarcis peloponnesiacus fehlen. Während Podarcis peloponnesiacus in der Regel eine vertebrale Linie zeigt, fehlt diese bei Podarcis erhardii.

    Mit Podarcis ionicus, die ebenfalls auf dem Peloponnes vorkommt, kann Podarcis erhardii livadiacus kaum verwechselt werden. Insbesondere weist Podarcis ionicus im Frühjahr eine kräftige Grünfärbung auf, während solche Grüntöne bei Podarcis erhardii livadiacus nicht vorkommen.

  • Subsp. livadiacus, Männchen: GR / Evia, 01.06.2012

  • Subsp. livadiacus, Männchen: GR / Evia, 01.06.2012

    Kykladen - Westliche Form:

  • Nominatform, Weibchen: GR / Serifos, 18.04.2018

    Auf Serifos haben männliche sowie weibliche Tiere leuchtend gelbe Kehlen. Innerhalb ihres Verbreitungsgebietes ist die Nominatform die einzige kleine Lacertidenart, so dass keine Verwechslungsgefahr besteht.

  • Nominatform, Männchen: GR / Sifnos, 07.06.2011 - Im Gegensatz zu Serifos haben die Eidechsen auf Sifnos weiße Kehlen.

    Kykladen - Zentrale Form:

  • Subsp. naxensis, Männchen: GR / Naxos, 29.03.2016

    Die Vertreter der westlichen und der zentralen Kykladen ähneln sich äußerlich (s. auch oberstes Bild) – genetisch scheint es aber Unterschiede zu geben. Sie sind farblich sehr variabel und zeigen im Frühjahr oftmals kräftige Grüntöne. Da es sich um die einzige kleine Lacertidenart in dieser Region handelt, besteht keine Verwechslungsgefahr.

  • Subsp. naxensis, Männchen: GR / Naxos, 01.04.2016

  • Subsp. naxensis, Männchen: GR / Naxos, 30.03.2016

    Kykladen - Östliche Form:

  • Subsp. syrinae, Männchen: GR / Astypalaia, 26.03.2016

    Die Tiere auf den Ostägäischen Inseln unterscheiden sich äußerlich von denen auf den Zentralkykladen: Sie haben im Vergleich zu den Eidechsen der Zentralkykladen vergleichsweise kurze Gliedmaßen und langgestreckte Schädel mit zugespitzter Schnauze. Über die östliche Form ist bislang wenig bekannt, somit ist auch unklar, welchen taxonomischen Status diese erhalten sollte.

  • Subsp. syrinae, Paar: GR / Astypalaia, 26.03.2016

  • Männchen: GR / Pergousa, 18.05.2018 - Die Populationen der Inseln Pergousa sowie Pachia westlich von Nisyros wurden bislang keiner Unterart zugeordnet. Sie sind jedoch ebenfalls der östlichen Form zuzurechnen. Es handelt sich hier um die einzigen Populationen von Podarcis erhardii östlich des mittelägäischen Grabens.