Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

Algyroides nigropunctatus kephallitacius ist eine Unterart der Prachtkieleidechse, die auf den Ionischen Inseln Kefalonia, Lefkada, und Ithaka zuhause ist. Über diese Eidechsen war bislang vergleichsweise wenig bekannt, was natürlich unsere Neugier weckte. Eine eigene Reise also, nur um diese Unterart zu sehen? Ziemlich nerdy – auf so eine Idee konnten nur wir kommen! Hier sind unsere Abenteuer. Vielen Dank an Peter Keymar, Ilias Strachinis & Matt Wilson.

  • Linosa, 12.-17.06.2018

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    Das Robinson Crusoe-Projekt

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  • Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

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    Inseln am Rande Europas

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  • Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

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  • Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

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    Betische Eidechsen – Eine Fotodokumentation

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  • Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

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    Kreuzfahrt in der Heimat des Odysseus

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  • Portugal, 14. – 21.4.2017

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    Eidechsensafari an der Atlantikküste

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  • Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

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    Season Opening 2017

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  • Pyrenäen, 2008 - 2016

    Pyrenäen, 2008 - 2016

    Aller guten Dinge sind Drei: Die Suche nach den Pyrenäeneidechsen

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  • Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

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    Mission Vulkan! Rauchende Berge und seltene Reptilien

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  • Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

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    Hellas reloaded – Besuch in Europas Biodiversitäts-Labor

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  • Spanien, 29.8.-11.9.2015

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    Biodiversität auf der Südost-Tangente

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  • Montenegro, 2. – 11.7.2015

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    Eidechsensafari in den Bergen Montenegros

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  •  Malta, 3. – 6.4.2015

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    Die exklusive Podarcis filfolensis Homestory!

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  • Oman, 6.–15.3.2015

    Oman, 6.–15.3.2015

    Abenteuer im Südosten der arabischen Halbinsel

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  • Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

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    14 Tage in der Hitze Kastiliens

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  • Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

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    Reptilienabenteuer in Westgriechenland

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  • Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

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    2014 Season Kick-off mit 16 Reptilienarten

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  • Korsika, 07.-17.09.2013

    Korsika, 07.-17.09.2013

    Berge, Meer und Felseidechsen

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  • Portugal, 13. - 20.07.2013

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    Eidechsensuche in Zentralportugal

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  • Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Herpetologische Abenteuer von der Schwarzmeerküste zum Eisernen Tor

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  • Menorca, 17. - 24.03.2013

    Menorca, 17. - 24.03.2013

    Besuch bei den Baleareneidechsen

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  • Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Herbstreise quer durch den Peloponnes

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  • Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Sommertrip in die Berge Montenegros

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  • Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Die Suche nach den legendären "Rieseneidechsen"...

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  • Kreta, 06. - 13.04.2012

    Kreta, 06. - 13.04.2012

    Auf der Suche nach den Blumen und Eidechsen Kretas...

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  • Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Eine heiße Woche voller herpetologischer Highlights im Südwesten Andalusiens

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  • Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Herpetologische Reise in den Nordwesten Spaniens: die Berge westlich von Leon, die Atlantikküste südlich von A Coruña und die Picos de Europa.

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  • Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Fünf Inseln in zwei Wochen: Kythira, Pori, Milos, Kimolos und Sifnos

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  • Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Exkursion zur östlichsten Insel Griechenlands...

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  • Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Iberolacertas in der Sierra de Gredos, Pena de Francia und Sierra de Guadarrama

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  • Alpen, 03. - 17.07.2010

    Alpen, 03. - 17.07.2010

    Unsere erste Tour in die Alpen führte uns ins Allgäu, die Julischen Alpen und nach Kärnten

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  • Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Vier Podarcis-Arten auf einen Streich!

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  • Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Traumreise durch das Pindos-Gebirge...

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  • Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Orchideenreise in den Osten Siziliens

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  • Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Eidechsen in der Provinz Alicante

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  • Samos, September 2008 / 2009

    Samos, September 2008 / 2009

    Chamäleons, Goldmabuyen und schöne Strände...

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  • Kalkeifel

    Kalkeifel

    Unser regionaler „Spielplatz“: botanische Highlights, artenreiche Schmetterlingswiesen und ein bisschen Herpetofauna…

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  • Und los gehts: Landeanflug auf Preveza-Airport über den Amvrakischen Golf, im Hintergrund die Berge Akarnaniens


    24.5.
    Wie eigens für uns geschaffen, gibt es Direktflüge von Düsseldorf nach Preveza in der Präfektur Etoloakarnania – eine Region, von der wir (wie vermutlich die meisten Menschen) noch nie etwas gehört hatten, jedoch idealer Ausgangspunkt für eine Exkursion zu den Prachtkieleidechsen. Nach einem Panoramaflug über Montenegro, Albanien und Nordgriechenland landeten wir am Abend auf unserem Zielflughafen. An der Gepäckausgabe prangten großformatige Plakate, die die Schönheit Etoloakarnanias anpriesen. Wir widerstanden jedoch dieser Verlockung und folgten unserem ursprünglichen Plan, zuerst Lefkada zu besuchen. Die Insel ist nützlicher Weise durch eine Brücke mit dem Festland verbunden, so dass wir mit Hilfe unseres tapferen Mietwagens bereits nach einer Stunde unser Ziel, den Urlaubsort Nidri erreichten. Dort wurde der abendliche Besuch einer Taverne mit leckeren Kalamaris sowie der Sichtung unseres ersten Reptils (Tarentola mauritanica / Mauergecko) belohnt. Ein erfreulicher Auftakt.

  • Große Erwartungen…


    25.5.
    Bei Nidri gibt es einen Wasserfall, der von zahlreichen Touristen frequentiert wird, die aber, wie wir zu unserer Überraschung feststellten, offenbar nicht wegen der hier in großer Zahl lebenden Prachtkieleidechsen herkommen. Völlig unverständlich für uns – wir starteten begeistert unsere erste Fotosession mit den legendären Kieleidechsen. In der Mittagshitze zog es uns dann ans Meer, wo wir uns mit einem kühlen Bad erfrischten. Am Spätnachmittag besuchten wir dann ein weiteres Habitat mit Prachtkieleidechsen.

    Tatsächlich konnten wir uns an diesem und den darauf folgenden Tagen ein recht gutes Bild von diesen Tieren machen und so wollen wir mit diesem Bericht auch die Gelegenheit nutzen, mit einigen Mythen über Algyroides nigropunctatus kephallithacius aufzuräumen.

  • Der Wasserfall von Nidri, eine beliebte Touristenattraktion

  • Glückliche Frösche (Pelophylax ridibundus)

  • Birdwatching?

  • Nein, auf den Bäumen sitzen Prachtkieleidechsen

  • Mythos 1: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius hat petrolfarbene Kehlen.“
    Es mag Tiere mit geben, bei denen die Kehlfärbung ins dunkle Cyan (=Petrol) geht. Zumindest auf Lefkada und Kefalonia haben paarungsaktive Männchen in der Regel jedoch grüne oder gelbe Kehlen, Weibchen haben gelbe Kehlen.

  • Caliaeshna microstigma

  • Phelipanche schultzioides

  • Ophrys cerastes – nach dieser Pflanze wurde wahrscheinlich die gleichnamige Viperngattung benannt

  • Lefkada hat schöne Strände – offenbar waren wir nicht die Ersten, denen das aufgefallen ist.

  • Mythos 2: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius kommt nur weitab menschlicher Siedlungen vor“
    Die Abbildung zeigt ein sehr individuenreiches Algyroides-Habitat. Die Tiere könnte man fast schon als Kulturfolger betrachten.

  • Algyroides nigropunctatus…

  • …noch einer…

  • …und noch einer

  • Paar von Algyroides nigropunctatus


    26.5.
    Die Herpetofauna von Lefkada scheint insgesamt eher artenarm zu sein. Neben den oben genannten Arten sahen wir dort lediglich einige überfahrene Pseudopus apodus (Scheltopusik) und etwas, das aussah wie Hierophis gemonensis (Balkan-Zornnatter). Daher nahmen wir die morgendliche Fähre nach Kefalonia, wo immerhin 25 Amphibien- und Reptilienarten leben sollen. Nach einer einstündigen Fährfahrt auf der „Captain Aristidis“ erreichten wir den Hafen von Fiskardo – bei sommerlichem Badewetter! Uns zog es aber am Mittag in das Enos Gebirge, einen 1600 Meter hohen Gebirgsstock, in dessen Gipfelregion ebenfalls Algyroides nigropunctatus vorkommen sollte. Zur Freude aller Motor-Alpinisten führt eine asphaltierte Straße auf den Gipfel, so dass man dort oben die beeindruckende Aussicht ohne vorheriges Schweißvergießen genießen kann. Tatsächlich fanden wir in der Gipfelregion Algyroides nigropunctatus. Diese rückständigen Bergbewohner sind menschenscheu und zeigten beim Fotografieren keinerlei Kooperationsbereitschaft. Am Ende hatten wir einen kompletten Nachmittag damit vergeudet herauszufinden, dass die Prachtkieleidechsen auf dem Mount Enos nicht nur scheu sondern auch unattraktiv gefärbt waren. Auch in der Abendsonne wurde es mit dem Fotografieren nicht besser – schimpfend fuhren wir hinunter ins Tal…

  • Ankunft in Fiskardo

  • Blick vom Enos-Gipfel, im Hintergrund Zakynthos

  • Viola cephalonica

  • Mythos 3: “Algyroides nigropunctatus kephallithacius bevorzugt hochgelegene Habitate“
    Algyroides nigropunctatus kommt zwar auf dem Enos Gipfel vor, ist aber in tiefer gelegenen Gebieten noch häufiger anzutreffen.


    27.5.
    Voll Tatendrang und Abenteuerlust starteten wir bereits früh am Morgen, um einige vielversprechende Habitate zu besuchen. Aber egal, wo wir hingingen, wir fanden überall Algyroides nigropunctatus – ausschließlich Algyroides nigropunctatus (abgesehen von einigen Malpolon insignitus (Eidechsennatter), die als Verkehrsopfer zu beklagen waren). Habitate, an denen eigentlich Algyroides moreoticus (Peloponnes-Kieleidechse) vorkommen sollte, erwiesen sich als reine nigropunctatus-Spots. Am Spätnachmittag wurden wir langsam nervös…
    Erst gegen Sonnenuntergang, als die Mittagshitze etwas nachließ, war uns das Glück gewogen: Podarcis tauricus (Taurische Mauereidechse), Anguis cephallonica (Peloponnes-Blindschleiche), Tarentola mauritanica (Mauergecko) und zu unserer Freude eine stattliche Zamenis situla (Leopardnatter) waren die erfreuliche Ausbeute dieses Abends.

    Mythos 4: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius hat hohe Habitatsansprüche“
    Wir fanden die Tiere eigentlich überall – an Bächen und Teichen, in Olivenhainen, in Hotelgärten, am Straßenrand. Lediglich sehr trockene Habitate werden offenbar gemieden.

  • In diesem schönen Habitat fanden wir:

  • Algyroides nigropunctatus

  • In diesem Olivenhain fanden wir:

  • Algyroides nigropunctatus

  • Auf dieser alten Eiche fanden wir:

  • Algyroides nigropunctatus

  • Mythos 5: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius meidet die Mittagssonne und lässt sich am besten früh morgens und abends beobachten“
    Das können wir so nicht bestätigen: Wir konnten die Tiere in der vollen Mittagshitze beim Sonnenbaden beobachten.

  • Mythos 6: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius ist selten“
    Wohl eher nicht…

  • Onychogomphus forcipatus

  • Polygonia aegea

  • Aristolochia rotunda

  • Endlich mal was anderes: Im Abendlicht zeigt sich Podarcis tauricus

  • Anguis cephallonica – auf Kefalonia ergibt der Artname Sinn!

  • Zamenis situla

  • Tarentola mauritanica abends am Hotel


    28.5.
    Der Tag begann vielversprechend mit Podarcis tauricus an unserer Unterkunft. Wir fuhren nach Argostoli, um dort nach Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) Ausschau zu halten. Anhand der vielen Schaulustigen konnten wir leicht die richtige Stelle im Hafen von Argostoli ausmachen: Angesichts dieser imposanten Meeresschildkröten wurden sogar normale Touristen zu begeisterten Herpetologen, die eifrig ihre Smartphones und iPads zückten. Der Nachmittag brachte wenig Spektakuläres: allgegenwärtige Algyroides nigropunctatus und einige überfahrenen Riesensmaragdeidechsen (Lacerta trilineata).

  • Podarcis tauricus

  • Der Schildkrötenzoo von Argostoli – und das geht so: Am Morgen bringen die Fischer ihren Fang an Land, wo dieser direkt verkauft wird.

  • Entscheidend bei der professionellen Fischverarbeitung ist eine ununterbrochene Kühlkette, hier meisterlich gelöst durch einen Sonnenschirm.

  • Was unverkäuflich ist, wird zurück ins Meer geworfen – das lockt die Meeresschildkröten an.

  • Fertig ist der Schildkrötenzoo!

  • Caretta caretta…

  • …noch eine…

  • …und noch eine.

  • Auch die Fische waren begeistert!

     

    29.5.
    Wir machten uns auf die erneute Suche nach Algyroides moreoticus: Diese Art ist auf Kefalonia viel bunter gefärbt als auf dem Peloponnes und wir wollten sie auf keinen Fall verpassen. Im Inselinnern wurden wir endlich fündig. Wir entdeckten die Art in einem Habitat mit Cyrtopodion kotschyi (Nacktfingergecko), Podarcis tauricus, Anguis cephallonica, Lacerta trilineata – aber ohne Algyroides nigropunctatus! Wer nach Kefalonia geht, sollte also möglichst ein Habitat suchen, in dem Algyroides nigropunctatus nicht vorkommt…
    Am Nachmittag besuchten wir ein Gebirgshabitat, wo wir Telescopus fallax (Katzennatter) und Vipera ammodytes (Hornotter) fanden.

  • Podarcis tauricus

  • Juvenile Anguis cephallonica

  • Glückliche Cyrtopodion kotschyi

  • Endlich! Algyroides moreoticus

  • Mythos 7: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius ist auf Kefalonia seltener als Algyroides nigropunctatus“
    Umgekehrt wird ein Schuh draus – wir hatten Mühe, Algyroides moreoticus zu finden. Die Art ist scheuer und lebt versteckter als Algyroides nigropunctatus.

  • Cytinus ruber

  • Podarcis tauricus

  • Bergwiese auf Kefalonia – Heimat von…

  • …Telescopus fallax und…

  • Vipera ammodytes

     

    30.5.
    Von den rund 25 Amphibien- und Reptilienarten auf Kefalonia hatten wir erst etwa – äh – sechs oder sieben gesehen. Dennoch verließen wir Kefalonia mit der morgendlichen Fähre und kamen am Mittag auf dem Festland an: Etoloakarnania. Diese Präfektur besteht, wie der Name erahnen lässt, aus zwei Regionen: Akarnanien in der Westhälfte ähnelt mit seinen Kalkgebirgen landschaftlich an die Ionischen Inseln. Ätolien im Osten ist von den südlichen Ausläufern des Pindos geprägt. Da es im Pindos während unseres Aufenthalts meist regnete, haben wir eigentlich nur Akarnanien besucht. Eine faszinierende Gegend, dünn besiedelt und touristisch wenig erschlossen. Selbst die herrliche Küste scheint im Schatten von Lefkada und Kefalonia ein Mauerblümchendasein zu fristen. Hier sind unsere Chroniken von Akarnania…
    Das erste Reptil, das uns auf dem Festland begegnete, war – Überraschung! – Algyroides nigropunctatus kephallitacius. Die Ausbeute einer Erkundungstour am Nachmittag war Testudo marginata (Breitrandschildkröte), Lacerta trilineata und Bufo viridis (Wechselkröte).

  • Blick zurück auf Kefalonia; links im Bild: Ithaka

  • Die Küste bei Mitikas – ein vergessenes Fleckchen Erde.

  • Mythos 8: „Algyroides nigropunctatus kephallithacius kommt nur auf Kefalonia und Lefkada vor“
    Nein, auf dem Festland ist die gesamte Gegend südlich des Amvrakischen Golfes von dieser grünkehligen Unterart besiedelt.

  • Professionelle Schildkrötenfotografie (Testudo marginata):

  • Falsch…

  • Richtig!

  • Dorfteich mit…

  • Lacerta trilineata…

  • …und dieser rufenden Bufo viridis, die mit ihrer schönen Stimme unsere Aufmerksamkeit erweckte.

  • Orthetrum brunneum

  • Gonepteryx cleopatra


    31.5.
    Wir fuhren zum Amvrakischen See, einem von vier großen Seen in Etoloakarnania. Der See ist wunderschön, zu schade nur, dass er fast völlig unzugänglich ist. Die flachen Ufer sind abgesperrte Viehweiden und die steileren Ufer komplett unerschlossen. Man ist hier einfach nicht auf Touristen eingestellt und so blieb das erhoffte erfrischende Bad aus. An einer Stelle kamen wir wenigstens in die Nähe des Wassers und erhielten dort eine Ahnung, was der See zu bieten hat: Natrix natrix (Ringelnatter), Hierophis gemonensis, Lacerta trilineata und Algyroides nigropunctatus gaben sich hier ein Stelldichein. Am Nachmittag entdeckten wir ein Gebiet, in dem Algyroides nigropunctatus eine Färbung zeigte, die Aussah wir eine Mischung aus kephallitacius und der Nominatform.

  • Amvrakischer See

  • Natrix natrix

  • Hierophis gemonensis

  • Lacerta trilineata

  • Algyroides nigropunctatus – Übergang zur Nominatform?

  • Algyroides nigropunctatus


    1.6.
    Nochmal quer durchs wilde Akarnanien! Obwohl geeignete Habitate im Überfluss vorhanden sind, sahen wir auffallend wenige Reptilien. Bemerkenswert ist das augenscheinliche Fehlen der Gattung Podarcis in Akarnanien, obwohl Podarcis tauricus, Podarcis muralis (Mauereidechse) und Podarcis erhardii (Ägäische Mauereidechse) im angrenzenden Ätolien vorkommen. In dieser Beziehung ähnelt Akarnanien Lefkada: Über das dortige Fehlen von Podarcis tauricus wird in der Literatur berichtet. Möglicherweise waren Lefkada und Akarnanien irgendwann vom Festland isoliert und wurden deswegen nicht von Mauereidechsen besiedelt. Bei unserer Fahrt durch Akarnanien begegnete uns zuweilen Testudo hermanni (Griechische Landschildkröte). In dieser Region gibt es außerdem eine Vielzahl künstlicher Teiche, die vermutlich für die Bewässerung der Felder angelegt wurden. Hier leben Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis).
    Am herrlich gelegenen Ozeros-See machten wir dann die gleiche Erfahrung wie tags zuvor am Amvrakischen See: Perfekte Szenerie aber keine Möglichkeit, ans Seeufer zu gelangen. Dennoch hatte sich unsere Fahrt gelohnt, da wir noch ein gutes Werk erbringen konnten: In einem Bewässerungskanal kämpfte eine gewaltige Bufo bufo (Erdkröte) dagegen, im Strudel des Kanal-Abflusses zu ertrinken. Ritterlich retteten wir das völlig erschöpfte Tier.

  • Irgendwo in Akarnanien…

  • Testudo hermanni war hier die häufigste – genauer gesagt: die einzige – Reptilienart, die wir in dieser Landschaft sahen

  • Künstlicher Teich mit:

  • Emys orbicularis

  • Und noch eine

  • Der Ozeros-See

  • Bufo bufo in Seenot

  • Gerettet!

  • Neiiin! Elaphe quatorlineata DOR


    2.6.
    Eine Exkursion in ein weiter östlich gelegenes Gebiet brachte nochmals Algyroides nigropunctatus. Die Tiere sehen hier wie die Nominatform aus. Bei einigen fanden wir aber wieder intermediäre Farbvarianten, die an Subsp. kephallithacius erinnerten.
    Zurück an der Küste konnten wir noch ein paar Riesensmaragdeidechsen fotografieren und erwischten schließlich noch einen Pseudopus apodus. Wir blickten wehmütig auf 10 spannende Tage zurück und hatten, trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, letztlich immerhin 20 Arten gefunden.

  • Algyroides nigropunctatus – Nominatform

  • Und noch einer

  • Intermediäre Farben – Regenbogeneidechse!

  • Lacerta trilineata

  • Und noch eine

  • Nach Dutzenden überfahrenen Exemplaren weiß man ein lebendiges Tier sehr zu schätzen: Pseudopus apodus

  • Mythos 9: „Griechenland, das Land der Mythen“
    Yamas!

  • Der richtige Moment, sentimental zu werden – Abendessen mit Sonnenuntergang inklusive


    3.6.
    Eine kurze morgendliche Abschiedstour brachte nochmal Algyroides nigropunctatus. Am Mittag fing es an zu regnen – Zeit für uns, in der Flieger zu steigen.

  • Abschiedsgruß: Algyroides nigropunctatus kephallithacius – Wer nun meint, immer noch nicht genug über diese Tiere erfahren zu haben, dem empfehlen wir, unseren Bericht nochmal von Anfang an zu lesen.