Oman, 6.–15.3.2015

Fremdgegangen! Erstmals ein Exkursionsziel außerhalb Europas: Reptiliensuche im Südosten der arabischen Halbinsel. Das Team: Jürgen Gebhart (Schlangenjäger mit Oman-Erfahrung), GertJan Verspui (Herping Machine), Philip de Pous (Wissenschaftler), Peter (das bin ich). Angekündigt war die Reise als Schlangentrip, aber wir fanden weit mehr – insgesamt 50 Arten sollten es am Ende sein.

  • Linosa, 12.-17.06.2018

    Linosa, 12.-17.06.2018

    Das Robinson Crusoe-Projekt

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  • Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

    Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

    Inseln am Rande Europas

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  • Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

    Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

    Frühjahrsreise auf die westlichen Kykladen

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  • Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Betische Eidechsen – Eine Fotodokumentation

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  • Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

    Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

    Reptilienrallye auf der Iberischen Halbinsel

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  • Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Kreuzfahrt in der Heimat des Odysseus

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  • Portugal, 14. – 21.4.2017

    Portugal, 14. – 21.4.2017

    Eidechsensafari an der Atlantikküste

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  • Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Season Opening 2017

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  • Pyrenäen, 2008 - 2016

    Pyrenäen, 2008 - 2016

    Aller guten Dinge sind Drei: Die Suche nach den Pyrenäeneidechsen

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  • Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Mission Vulkan! Rauchende Berge und seltene Reptilien

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  • Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Hellas reloaded – Besuch in Europas Biodiversitäts-Labor

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  • Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Biodiversität auf der Südost-Tangente

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  • Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Eidechsensafari in den Bergen Montenegros

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  •  Malta, 3. – 6.4.2015

    Malta, 3. – 6.4.2015

    Die exklusive Podarcis filfolensis Homestory!

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  • Oman, 6.–15.3.2015

    Oman, 6.–15.3.2015

    Abenteuer im Südosten der arabischen Halbinsel

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  • Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    14 Tage in der Hitze Kastiliens

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  • Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Reptilienabenteuer in Westgriechenland

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  • Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    2014 Season Kick-off mit 16 Reptilienarten

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  • Korsika, 07.-17.09.2013

    Korsika, 07.-17.09.2013

    Berge, Meer und Felseidechsen

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  • Portugal, 13. - 20.07.2013

    Portugal, 13. - 20.07.2013

    Eidechsensuche in Zentralportugal

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  • Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Herpetologische Abenteuer von der Schwarzmeerküste zum Eisernen Tor

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  • Menorca, 17. - 24.03.2013

    Menorca, 17. - 24.03.2013

    Besuch bei den Baleareneidechsen

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  • Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Herbstreise quer durch den Peloponnes

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  • Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Sommertrip in die Berge Montenegros

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  • Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Die Suche nach den legendären "Rieseneidechsen"...

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  • Kreta, 06. - 13.04.2012

    Kreta, 06. - 13.04.2012

    Auf der Suche nach den Blumen und Eidechsen Kretas...

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  • Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Eine heiße Woche voller herpetologischer Highlights im Südwesten Andalusiens

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  • Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Herpetologische Reise in den Nordwesten Spaniens: die Berge westlich von Leon, die Atlantikküste südlich von A Coruña und die Picos de Europa.

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  • Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Fünf Inseln in zwei Wochen: Kythira, Pori, Milos, Kimolos und Sifnos

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  • Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Exkursion zur östlichsten Insel Griechenlands...

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  • Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Iberolacertas in der Sierra de Gredos, Pena de Francia und Sierra de Guadarrama

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  • Alpen, 03. - 17.07.2010

    Alpen, 03. - 17.07.2010

    Unsere erste Tour in die Alpen führte uns ins Allgäu, die Julischen Alpen und nach Kärnten

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  • Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Vier Podarcis-Arten auf einen Streich!

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  • Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Traumreise durch das Pindos-Gebirge...

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  • Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Orchideenreise in den Osten Siziliens

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  • Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Eidechsen in der Provinz Alicante

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  • Samos, September 2008 / 2009

    Samos, September 2008 / 2009

    Chamäleons, Goldmabuyen und schöne Strände...

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  • Kalkeifel

    Kalkeifel

    Unser regionaler „Spielplatz“: botanische Highlights, artenreiche Schmetterlingswiesen und ein bisschen Herpetofauna…

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  • Los geht’s: Ankunft in Muscat

    6.3. – Schlaflos in Muscat

    Der 7-Uhr-Flug brachte mich von Düsseldorf zunächst nach München, wo ich Jürgen Gebhard traf. Von dort ging es weiter nach Muscat, wo wir um 21 Uhr Ortszeit (Zeitverschiebung: + 3 h) landeten. Um die Zeit bis zum Eintreffen unserer Kollegen zu nutzen, mieteten wir uns ein Auto für eine erste Nachtexkursion in einem nahe gelegenen Küstengebiet. Dort angekommen, begann Jürgen prompt mit der Suche nach Geckos und Schlangen – während ich noch mit meinen Kameraeinstellungen kämpfte (Notiz an mich: In Zukunft vor Beginn einer Nachtexkursion herausfinden, wie das Blitzlicht funktioniert – Anfängerfehler #1). Nach einer halben Stunde – Jürgen hatte bereits zahlreiche Geckos (Stenodactylus leptocosymbotus) und zwei Sandrasselottern (Echis carinatus) gefunden – war meine Kamera dann einsatzbereit. Ein paar Stunden und etliche Schnappschüsse später fuhren wir zurück zum Flughafen, wo wir GertJan und Philip trafen. Nach einer schlaflosen Nacht in der Abflughalle traten wir am nächsten Morgen um 8 Uhr unseren Weiterflug nach Salalah im Süden des Landes an.

  • Stenodactylus leptocosymbotus

  • Echis carinatus

    7.3. – Exotische Tiere

    In Salalah nahmen wir unseren Mietwagen in Empfang und fuhren direkt zu einem vielversprechenden Küstenhabitat bei Mirbat, wo sich uns ein exotisches Schauspiel bot: Im Wasser tummelten sich Delfine, auf den Meeresklippen robbten im Spritzwasserbereich Schlammspringer (Periophthalmus sp.) umher und auf den kargen Felsen dahinter saßen bizarre Reptilien: Blauköpfige Pseudotrapelus dhofarensis (eine Agamenart) und bunte Uromastyx benti (Dornschwanzagame); dazwischen liefen tagaktive Geckos (Pristurus carteri und Pristurus rupestris) und hektische Eidechsen (Acanthodactylus felicis) herum.

    Am Nachmittag fuhren wir in ein Tal, das einen beachtlichen Bestand großer Affenbrotbäume (Adansonia digitata) aufweist. Trotz dieses afrikanischen Flairs verlief die Schlangensuche hier erfolglos. Stattdessen konnte ich aber eine schöne blauköpfige Agame fotografieren, die ich jedoch für eine weitere Pseudotrapelus hielt und daher diesem Fund keine große Bedeutung beimaß. Bei der nachträglichen Sichtung der Fotos stellte sich dann aber heraus, dass es sich um den deutlich selteneren Acanthocerus adramitanus handelte. Das gab einen Rüffel von Jürgen, der diese Art natürlich auch gerne fotografiert hätte (Notiz an mich: Sich vor jeder Exkursion mit den dort vorkommenden Arten vertraut machen – Anfängerfehler #2).

    Nach dem Abendessen brachen wir zu einer Nachtexkursion in ein Gebiet auf, in dem Chamäleons (Chamaeleo arabicus) vorkommen sollten. Von den Chamäleons fehlte jede Spur, dafür kam Jürgen mit einer Echis khosatzkii (noch eine Sandrasselotter) aus der Dunkelheit zurück. Bedauerlicherweise war diese Gegend auch Heimstatt einer Horde aggressiver Moskitos – glücklich diejenigen Team-Mitglieder, die an Mückenschutz gedacht hatten. Müde und manche von uns ziemlich zerstochen kamen wir gegen 23:30 Uhr zum Hotel – endlich schlafen!

  • Uromastyx benti – weibliches Tier

  • Uromastyx benti – ein farbenprächtiges Männchen

  • Pristurus carteri – ein Männchen

  • Pristurus carteri – weibliches Tier

  • Uromastyx oder lieber Pristurus?

  • Acanthodactylus felicis

  • Pseudotrapelus dhofarensis

  • Calotropis procera

  • Adansonia digitata (Affenbrotbaum) und im Vordergrund Solanum incanum

  • Philip und einheimische Kinder

  • Pristurus rupestris

  • Acanthocerus adramitanus

  • Echis khosatzkii

    8.3. – Kleine Gespenster

    Am Morgen fuhren wir in ein Tal westlich von Salalah, wo es Kobras geben sollte. Unsere Schlangensucher durchsuchten jeden Winkel – erfolglos. Dafür gab es hier (neben zahlreichen Kamelen) Geckos und Skinke. Nachmittags fuhren wir zu einer spektakulären Felsküste. Auch hier: Geckos und Skinke.

    Die abendliche Exkursion in ein entlegenes Wadi brachte wieder keine Schlangen. Einzelne, hier nicht namentlich benannte Team-Mitglieder wurden deshalb mittlerweile etwas mürrisch. Dabei war in diesem Tal nach Einbruch der Dunkelheit durchaus etwas geboten: Im Mondschein turnten spektakuläre Geckos (Hemidactylus lemurinus) auf den bleichen, von gelegentlichen Sturzfluten ausgewaschenen Felsen des Wadis herum – kleine Gespenster mit übergroßen Augen und weißer Körperfärbung; ein phantastisches Schauspiel an diesem stillen, abgeschiedenen Ort.

  • Kobra-Habitat?

  • Karavane

  • Cistanche rosea - ein Oman-Endemit

  • Pristurus rupestris

  • Trachylepis tessellata

  • Trachylepis brevicollis

  • Adenium obesum

  • Gecko-Land (Copyright: Jürgen)

  • Hemidactylus lemurinus

  • Hemidactylus festivus

  • Ptyodactylus dhofarensis

  • Gecko-Fotografie

    9.3. – Frustrationstoleranz

    An diesem Tag standen zwei Touristenattraktionen auf dem Programm: das berühmte Wadi Darbat mit seiner subtropischen Flora und die Tiefenhöhle bei Tawiattir (ein großes Loch in der Erde). Sowohl das üppig bewachsene Wadi als auch das karge Gebiet rund um die Tiefenhöhle werden von der Blutsaugeragame (Calotes versicolor) besiedelt, einer aus Südasien eingeschleppten Art, die offenbar bei ihrer Habitatwahl sehr anpassungsfähig ist. In bewaldeten Gebieten bewohnt sie Bäume und in baumlosen Gegenden nimmt sie mit Felsbrocken Vorlieb. Die Mitglieder unseres Teams konnten sich wohl nicht so richtig für diese invasive Art begeistern: GertJan vertrieb sich statt dessen lieber damit die Zeit, eine Schlange (Psammophis schokari) entwischen zu lassen und Jürgen entdeckte seine neue Berufung als Birdwatcher.

    Abends besuchten wir ein Hochplateau, um Echis coloratus – eine weitere Sandrasselotter – zu suchen. Bei einbrechender Dunkelheit stapften unsere Schlangenjäger zielstrebig in die Nacht hinein. Ich selber schlenderte noch etwas unschlüssig am Straßenrand umher, als vor mir ein Zischlaut unmissverständlich klar machte, dass sich hier eine Schlange durch meine Anwesenheit gestört fühlte. Im Licht der Taschenlampe sah ich fasziniert zu, wie eine blass gefärbte Echis langsam in einem Geröllhaufen verschwand. Auch nachdem der von mir herbeigerufene GertJan etwa eine Tonne Steine beseitigt hatte, blieb die Schlange bedauerlicherweise unauffindbar (Notiz an mich: Nie ohne Handschuhe und Schlangenhaken auf Echis-Suche gehen – Anfängerfehler #3).

    Schlangenjäger verfügen bekanntlich über eine hohe Frustrationstoleranz – also setzten wir unsere Suche in einem nahe gelegenen Wadi fort. Hier war zwar weit und breit keine Echis zu sehen, aber schließlich rettete GertJan unseren Tag mit dem Fund einer Katzennatter (Telescopus dhara).

  • Im Wadi Darbat

  • Hemidactylus alkiyumii

  • Calotes versicolor

  • Birdwatching

  • Chalcides ocellatus – die einzige Art dieser Reise, die auch in Europa vorkommt

  • Küste bei Mughsayl

  • Ptyodactylus dhofarensis

  • Telescopus dhara

    10.3. – Unscheinbare Funde

    Am Morgen machten wir uns an einem Strandabschnitt bei Salalah auf die Suche und fanden – Achtung! – zwei Schlangenarten: Jürgen entdeckte zunächst unter einem Stein Myriopholis macrorhyncha (eine winzige Wurmschlange mit dem Körperdurchmesser einer dünnen Suppennudel). Danach fand ich Myriopholis nursii (eine weitere Wurmschlange, deren Körperdurchmesser immerhin mit verkochten Spaghetti zu vergleichen ist). Tatsächlich war letzterer Fund offenbar der Erstnachweis dieser Art im Süd-Oman und insofern zumindest aus wissenschaftlicher Perspektive bemerkenswert.

    Philip empfahl uns den Besuch eines nahegelegenen Hochplateaus, in dem eine Eidechse vorkommen sollte, die bislang zu Mesalina adramitana (Arabischer Wüstenrenner) gezählt wurde, wohl aber eine eigenständige Art darstellt. Also fuhren wir dort hin: gesucht, gefunden und fotografiert. Nach dem Ablichten dieser zugegebenermaßen unscheinbar graubraunen Echse und angesichts der zunehmenden Mittagshitze sank offenbar in Teilen des Teams die Motivation, die Reptilienjagd fortzusetzen. GertJan – ein Musterbild an eiserner Disziplin – sprach jedoch ein Machtwort und so fuhren wir an die Küste, um nochmals Pseudotrapelus zu suchen: diese Agamen sitzen selbst in der Mittagssonne auf exponierten Felsen und sind dankbare Fotomotive.

    Für unsere Nachtexkursion hatten wir noch einmal das legendäre Wadi Darbat ausgewählt, in dem gleich drei gefährliche Schlangenarten vorkommen sollten: Naja arabica (Kobra), Bitis arietans (Puffotter – eine Schlange mit äußerst potentem Venom) und Atractaspis microlepidota (Arabische Erdviper) – ein wahrer Hotspot! Ich erhielt die Anweisung, wenn ich eine Bitis sähe, mich nicht zu bewegen, nichts zu unternehmen und Verstärkung zu rufen. Schon klar: „nichts anfassen“ – das versprach ja eine tolle Exkursion zu werden... Etwas eingeschnappt stolperte ich den anderen hinterher. Die Szenerie entlang des Bachlaufs in diesem Wadi war durchaus beeindruckend: Im Wasser zogen riesige gelbe Aale langsam ihre Runden und in den Lichtkegeln der Stirnlampen sahen wir große Fledermäuse nah an unseren Köpfen vorbeiflattern. Dennoch war das Ergebnis dieser Exkursion ernüchternd: Nach drei Stunden intensiver Suche hatten wir – Kröten! (Duttaphrynus dhofarensis) und natürlich ein paar Geckos gefunden, sonst nichts. Dieses Tal hatte damit wohl endgültig seinen Ruf als herpetologischer Brennpunkt verspielt.

  • Hemidactylus robustus

  • Myriopholis macrorhyncha

  • Myriopholis nursii

  • Hochplateau (Copyright: GertJan)

  • Pristurus carteri

  • Mesalina sp.

  • Adenium obesum

  • Pseudotrapelus dhofarensis

  • Agame und ihre Stalker

  • Sindbad der Seefahrer

  • Duttaphrynus dhofarensis

    11.3. – Wir nehmen Fahrt auf!

    Am Morgen verließen wir den Süd-Oman und flogen zurück nach Muscat. Dort nahmen wir einen leistungsfähigen Geländewagen in Empfang und machten uns auf in Richtung Wahiba Sands – einer Sandwüste im Nordosten des Landes. Zuerst legten wir aber noch einen Zwischenstopp an einer vielversprechenden Müllhalde am Stadtrand von Muscat ein: Schlangensuche! Tatsächlich fand ich unter einem formschönen Stück Wellbeton eine Psammophis schokari (Sandrennnatter). Stolz präsentierte ich meinen Fund den Anderen, die diesen aber wenig zu würdigen wussten: „sehr gewöhnliche Schlange“, „gibt’s überall“, „Lasst uns weiterfahren in die Wahiba Sands“ – Banausen!

    Angekommen in den Wahiba Sands machten wir an der erstbesten Sanddüne halt, um Reptilien zu suchen. Wir trafen hier kurz vor Sonnenuntergang noch ein paar tagaktive Geckos an und GertJan fing das Highlight dieses Tages: einen Sandfisch (Scincus mitranus), der uns aber nach wenigen Fotos entwischte und – seinem Trivialnamen gerecht werdend – im Sand abtauchte.

    In der Nacht zog es uns nochmal in die Dünen, in denen nun bizarre Geckos unterwegs waren: Stenodactylus doriae (ein Dünnfingergecko) trotzte den im starken Wind umherfliegenden Sandkörnern und richtete sich im Lichtkegel unserer Stirnlampen drohend mit emporgestrecktem Schwanz auf. Die ebenfalls hier vorkommende Sandboa (Eryx jayakari) – eine unserer „must have“ Arten – konnten wir leider nicht entdecken.

  • Psammophis schokari

  • Wahiba Sands

  • Pristurus minimus

  • Scincus mitranus

  • Ptyodactylus orlovi

  • Stenodactylus doriae

  • Stenodactylus sharqiyahensis

    12.3. – Kleinvieh

    Noch bevor die anderen aufstanden, war GertJan schon wieder draußen unterwegs und hatte (endlich!) eine Sandboa gefunden. Zur Belohnung musste er unsere Küsse über sich ergehen lassen… Anschließend fuhren wir nochmal in die Dünen, wo nun überall Acanthodactylus schmidti (Schmidt’s Fransenfingereidechse) unterwegs war – bei Gefahr können diese Tiere auf dem lockeren Sandboden raketenschnell durchstarten, lassen sich aber bei vorsichtiger Annäherung gut fotografieren. Zum Genießen blieb aber wenig Zeit, denn wir mussten weiter zu unserer nächsten Station, den Bergen im Norden.

    Unser erstes Ziel im Gebirge war das Sayq-Plateau, wo wir uns in einem Seitental auf Reptiliensuche machten. In den Höhenlagen dieser Berge war es empfindlich kühl und nur wenige Reptilien waren aktiv. Neben Taggeckos (Pristurus celerrimus und Pristurus gallagheri) fanden wir zwar Ablepharus pannonicus, eine Johannisechse, die uns aber ins trockene Laub entwischte. Auch nachdem wir mit den Händen die ganze Laubstreu durchsiebt hatten, blieb dieses winzige Würmchen unauffindbar. Ebenso hatten wir mit Omanosaura jayakari (Omaneidechse) wenig Glück: die Tiere waren sehr scheu und das Einfangen eines juvenilen Exemplars führte zu erwartungsgemäß unbefriedigenden Fotos.

    Für unsere Nachtexkursion hatten wir uns ein Wadi in der Nähe der Stadt Nizwa ausgesucht, in dem wir Echis omanensis (eine weitere Sandrasselotter) vermuteten. Aufgrund des windigen Wetters standen die Chancen für Schlangenfunde jedoch schlecht; also fokussierten wir unsere Suche auf Geckos. Eine gute Entscheidung, denn auch die Berge im Norden des Oman beheimaten einige endemische Geckoarten, und so ließen wir einen weiteren Abend am Boden kauernd – mit Taschenlampen und schweren Kameraobjektiven auf winzige Echsen zielend – ausklingen.

  • Eryx jayakari

  • Acanthodactylus schmidti

  • Landschaft bei Sayq

  • Pristurus celerrimus

  • GertJan nach einem gesunden Abendessen bei „Hungry Bunny“

  • Asaccus platyrhynchus

  • Bunopus spatalurus – eine bodenbewohnende, nicht kletternde Geckoart

  • Hemidactylus hajarensis

    13.3. – Rallye durch die Berge

    Die Stadt Manah verfügt über eine Altstadt aus ungebrannten Lehmziegeln. Was andernorts als Kulturerbe zelebriert würde, ist hier unbeachtetes Spiel von Wind und Wetter. Auch unser Interesse galt weniger den Ruinen der Altstadt sondern vielmehr den dort vorkommenden Taggeckos (Pristurus gallagheri), die als geduldige Fotomotive an Baumstämmen posierten.

    Weiter ging es in Richtung Berge – mit einem Zwischenstopp in einer steinigen, sonnenverbrannten Dornsavanne, die sich jedoch als Lebensraum für zwei Lacertiden herausstellte: Mesalina adramita (Wüstenrenner) und Acanthodactylus boskianus (Bosc’s Fransenfingereidechse).

    Wir fuhren noch weiter in die Berge hinein – offiziell, um zwei Agamenarten zu suchen (Uromastyx aegyptia und Pseudotrapelus jensfindumi); wahrscheinlich wollte GertJan aber einfach mal die Geländetüchtigkeit unseres Allradfahrzeugs austesten. Ziemlich durchgeschüttelt erreichten wir schließlich das Gebiet, in dem wir die gesuchten Arten vermuteten: Weit und breit war jedoch kein Uromastyx zu entdecken und Pseudotrapelus zeigte sich dermaßen scheu, dass unsere Teleobjektive lediglich Aufnahmen von dokumentarischem Wert generierten. Also fuhren wir weiter in ein vielversprechendes Wadi, in dem wir wieder einmal Taggeckos fotografierten.

    Am Nachmittag schaukelten wir in unserem Geländewagen zurück nach Nizwa. Dort ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, nochmal das Wadi des Vortags aufzusuchen, um nach Sonnenuntergang erneut den Geckos nachzuspüren. Vor allem Assacus gallagheri hatte es uns angetan, eine hübsch gefärbte, winzige Art mit bemerkenswertem Fluchtverhalten: Dieser Gecko versucht sich bei Bedrohung hüpfend wie ein Frosch oder eine kleine Heuschrecke in Sicherheit zu bringen. Die Fotosession mit dieser Geckoart gestaltete sich daher nicht einfach, zumal diese federleichten Reptilien vom starken Wind fast von den Felsen geblasen wurden.

  • Pristurus gallagheri – ein baumbewohnender Taggecko

  • Habitat von:

  • Mesalina adramita und

  • Acanthodactylus boskianus

  • GertJan will in die Berge

  • Ziemlich viel Landschaft

  • Pseudotrapelus jensfindumi

  • Mehr Landschaft

  • Duttaphrynus arabicus

  • Pristurus gallagheri

  • Noch mehr Landschaft

  • Hemidactylus flaviviridis

  • Assacus gallagheri

    14.4. – Finale Grande

    Für unsere Rückfahrt nach Muscat wählten wir eine holprige Passstraße –diese „Scenic Route“ verlangte dem Geländewagen einiges ab. Zugegebenermaßen wurden wir auf dieser Strecke mit phantastischen Ausblicken in die schroffe Bergwelt des Omans belohnt. Allerdings ging es auf der steinigen Piste sehr langsam voran. Besonders unterhaltsam war die Fahrt jedenfalls nicht, denn Jürgen und GertJan empfinden Sprechen offenbar als unanständig. Also schwiegen wir vor uns hin und ich hatte langsam die Befürchtung, den letzten Tag unserer Reise ausschließlich im Auto zu verbringen, ohne Reptilien zu sehen. Ich fing schon an, mich zu beklagen, doch unsere Strapazen sollten noch belohnt werden: Wir legten einen Zwischenstopp in einer Oase ein, in der sich inmitten schroffer Felsen ein kleiner Palmenwald um die Restpfützen eines schmalen Wasserlaufs gruppierte. In Wassernähe sonnte sich eine juvenile Omanosaura jayakari und wenige hundert Meter weiter begegneten uns endlich zwei adulte Exemplare, die etwa die Größe unserer europäischen Perleidechsen (Timon lepidus) hatten. Anders als Perleidechsen zeigten sie sich jedoch ganz und gar nicht scheu, sondern spazierten – trotz der aufdringlichen Fotografen – seelenruhig auf den Felsen herum. Einige Kilometer weiter wurde unsere Tour bei einem erneuten Zwischenstopp durch den Fund einer Platyceps rhodorachis (Wadi Racer) gekrönt (Notiz an mich: Nicht zu früh jammern – auch lange Autofahrten können sich lohnen!).

    Wir fuhren weiter in Richtung Küste: Die steilen Bergtäler weiteten sich und öffneten sich schließlich zur Küstenebene des Nord-Oman. In einem weitläufigen Dünenhabitat vermuteten wir Acanthodactylus blanfordii (eine weitere Fransenfingereidechse). Wir sprangen aus dem Auto und während ich noch etwas ratlos im Sand nach Eidechsenspuren suchte, hatte GertJan (natürlich – wer sonst?) bereits ein Exemplar dieser Art gefunden und abgelichtet. Ich hätte gerne noch weiter gesucht und die Art in Ruhe fotografiert. Aber offenbar ließ die Truppenmoral gegen Ende unserer Reise nach: Ein Teil des Teams klagte über Hunger und so brachen wir die Reptilienjagd ab, um uns in einem nahegelegenen Restaurant zu stärken.

    Nach Sonnenuntergang fuhren wir nochmals zu dem Küstenhabitat, das ich am ersten Abend mit Jürgen besucht hatte, und fanden die gleichen Arten wie eine Woche zuvor: Jeder von uns machte Bekanntschaft mit mindestens einer Echis carinatus. Ich selber fand zwar keine Schlange, dafür fand aber die Schlange mich und zischte eifrig so lange, bis auch ich sie entdeckt hatte (sie saß einen halben Meter neben mir im Sand). Etliche Echis- und Gecko-Funde später war es für Jürgen und mich Zeit, uns von GertJan und Philip zu verabschieden: GertJan setzte uns am Flughafen ab (er und Philip blieben noch einen Tag länger im Oman) und es lag wieder eine lange Reisenacht vor uns. Unser Rückflug nach München startete irgendwann nach 3 Uhr nachts und ich erreichte Düsseldorf morgens um 10 Uhr MEZ.

    Vielen Dank an Jürgen, GertJan & Philip - das war ein großartiges Abenteuer!

    Lesen Sie auch GertJans Reisebericht

    Jürgens Bilder auf flickr

  • "Scenic Route"

  • Pristurus cellerimus

  • Omanosaura jayakari

  • Omanosaura jayakari

  • GertJan auf Eidechsenjagd

  • Platyceps rhodorachis

  • Dünenhabitat

  • Cistanche phelypaea

  • Acanthodactylus blanfordii

  • Bunopus tuberculatus – eine weitere bodenbewohnende Geckoart

  • Stenodactylus leptocosymbotus

  • Echis carinatus

  • Echis carinatus

  • Team: GertJan, Jürgen, Philip, Peter