Montenegro, 2. – 11.7.2015

Neun Tage auf Eidechsensafari in den Bergen Montenegros: Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen galt bei dieser Reise das Motto „Slow Herping“! Dennoch konnten wir fast alle Lacertiden-Arten dieses abwechslungsreichen Landes fotografieren – und wurden zudem mit phantastischen Landschaften, üppiger Natur und zahlreichen menschlichen Begegnungen belohnt. Vielen Dank an Mario Schweiger!

  • Linosa, 12.-17.06.2018

    Linosa, 12.-17.06.2018

    Das Robinson Crusoe-Projekt

    clearpx
  • Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

    Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

    Inseln am Rande Europas

    clearpx
  • Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

    Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

    Frühjahrsreise auf die westlichen Kykladen

    clearpx
  • Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Betische Eidechsen – Eine Fotodokumentation

    clearpx
  • Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

    Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

    Reptilienrallye auf der Iberischen Halbinsel

    clearpx
  • Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Kreuzfahrt in der Heimat des Odysseus

    clearpx
  • Portugal, 14. – 21.4.2017

    Portugal, 14. – 21.4.2017

    Eidechsensafari an der Atlantikküste

    clearpx
  • Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Season Opening 2017

    clearpx
  • Pyrenäen, 2008 - 2016

    Pyrenäen, 2008 - 2016

    Aller guten Dinge sind Drei: Die Suche nach den Pyrenäeneidechsen

    clearpx
  • Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Mission Vulkan! Rauchende Berge und seltene Reptilien

    clearpx
  • Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Hellas reloaded – Besuch in Europas Biodiversitäts-Labor

    clearpx
  • Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Biodiversität auf der Südost-Tangente

    clearpx
  • Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Eidechsensafari in den Bergen Montenegros

    clearpx
  •  Malta, 3. – 6.4.2015

    Malta, 3. – 6.4.2015

    Die exklusive Podarcis filfolensis Homestory!

    clearpx
  • Oman, 6.–15.3.2015

    Oman, 6.–15.3.2015

    Abenteuer im Südosten der arabischen Halbinsel

    clearpx
  • Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    14 Tage in der Hitze Kastiliens

    clearpx
  • Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Reptilienabenteuer in Westgriechenland

    clearpx
  • Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    2014 Season Kick-off mit 16 Reptilienarten

    clearpx
  • Korsika, 07.-17.09.2013

    Korsika, 07.-17.09.2013

    Berge, Meer und Felseidechsen

    clearpx
  • Portugal, 13. - 20.07.2013

    Portugal, 13. - 20.07.2013

    Eidechsensuche in Zentralportugal

    clearpx
  • Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Herpetologische Abenteuer von der Schwarzmeerküste zum Eisernen Tor

    clearpx
  • Menorca, 17. - 24.03.2013

    Menorca, 17. - 24.03.2013

    Besuch bei den Baleareneidechsen

    clearpx
  • Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Herbstreise quer durch den Peloponnes

    clearpx
  • Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Sommertrip in die Berge Montenegros

    clearpx
  • Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Die Suche nach den legendären "Rieseneidechsen"...

    clearpx
  • Kreta, 06. - 13.04.2012

    Kreta, 06. - 13.04.2012

    Auf der Suche nach den Blumen und Eidechsen Kretas...

    clearpx
  • Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Eine heiße Woche voller herpetologischer Highlights im Südwesten Andalusiens

    clearpx
  • Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Herpetologische Reise in den Nordwesten Spaniens: die Berge westlich von Leon, die Atlantikküste südlich von A Coruña und die Picos de Europa.

    clearpx
  • Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Fünf Inseln in zwei Wochen: Kythira, Pori, Milos, Kimolos und Sifnos

    clearpx
  • Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Exkursion zur östlichsten Insel Griechenlands...

    clearpx
  • Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Iberolacertas in der Sierra de Gredos, Pena de Francia und Sierra de Guadarrama

    clearpx
  • Alpen, 03. - 17.07.2010

    Alpen, 03. - 17.07.2010

    Unsere erste Tour in die Alpen führte uns ins Allgäu, die Julischen Alpen und nach Kärnten

    clearpx
  • Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Vier Podarcis-Arten auf einen Streich!

    clearpx
  • Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Traumreise durch das Pindos-Gebirge...

    clearpx
  • Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Orchideenreise in den Osten Siziliens

    clearpx
  • Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Eidechsen in der Provinz Alicante

    clearpx
  • Samos, September 2008 / 2009

    Samos, September 2008 / 2009

    Chamäleons, Goldmabuyen und schöne Strände...

    clearpx
  • Kalkeifel

    Kalkeifel

    Unser regionaler „Spielplatz“: botanische Highlights, artenreiche Schmetterlingswiesen und ein bisschen Herpetofauna…

    clearpx
  • Unsere Route aus der Sicht von Google Maps

    2.7. – Heimkehr auf den Balkan

    Offenbar sehen wir aus wie Montenegriner – das lässt zumindest der Dialog auf unserer Taxifahrt zum Düsseldorfer Flughafen vermuten:
    Fahrer: „Wohin geht denn die Reise?“
    Wir: „Montenegro.“
    Fahrer: „Ah – fahren nachhause?“
    „Gastarbeiter“ auf dem Weg in den Heimaturlaub – sehr gut: dann würde man uns in Montenegro für Einheimische halten… Derart auf unser bevorstehendes Balkan-Abenteurer eingestimmt, landeten wir ein paar Stunden später in Podgorica. Wir flüchteten vor der brütenden Hitze im Tiefland und fuhren direkt in die Berge nach Kolasin, unserer ersten Station. Dort fanden wir eine private Unterkunft bei einer freundlichen Familie, deren Oberhaupt ironischerweise 25 Jahre lang in der Nähe von Düsseldorf gearbeitet hatte.

    3.7. – Urlaubsfreuden in Kolasin

    Birgit hatte vier must-have Arten auf ihrer Liste: Eine davon war Dinarolacerta montenegrina (Prokletije-Gebirgseidechse), die im Zijovo-Massiv (südöstlich von Kolasin) zu finden ist, unserem ersten Ziel. Als wir in dem bekannten Dinarolacerta montengrina-Habitat rund um den schön gelegenen Bukomirsko Bergsee ankamen, erwartete uns allerdings windiges und wolkiges Wetter – suboptimale Bedingungen. Wir hatten jedoch gelesen, dass 2014 ein weiterer Fundort dieser Art, nur ein paar Kilometer weiter, entdeckt wurde (Ljubisavljevic, 2014). Das war einen Versuch wert; und tatsächlich war dieses Gebiet etwas windgeschützter, so dass wir dort die gesuchte Art fanden – ein schönes Nachmittagsprogramm. Zufrieden fuhren wir abends zurück nach Kolasin, um uns ins dortige Nachtleben zu stürzen. Tatsächlich verfügt dieser etwas postkommunistisch anmutende Wintersportort über eine kleine Ausgehmeile – die „Proleterske“ –, wo man in Straßencafés auf schicken Rattan-Möbeln sein Bier genießen kann. Hier herrschte reges Treiben. Nur wenige Passanten nahmen allerdings in den für ihre Verhältnisse vermutlich teuren Cafés Platz – das öffentliche Leben auf der keine 200 Meter langen Straße bestand vielmehr darin, auf und ab zu flanieren. Die Montenegriner verstehen es, auch mit wenig Geld das Leben zu genießen…

  • Das 2014 entdeckte Habitat von Dinarolacerta montenegrina am Südhang des Zijovo-Massivs

  • Dinarolacerta montenegrina…

  • …und noch eine

  • Natrix natrix (Ringelnatter)

  • Coronella austriaca (Schlingnatter) mit hübscher Orangefärbung

  • Podarcis muralis (Mauereidechse) – von der Küste bis ins Gebirge ist diese Art fast überall in Montenegro zu finden

  • Silene viscaria

  • Dianthus (ssp.) sanguineus

  • Gentiana utriculosa

  • Dies wird das idyllische obere Tara-Tal nachhaltig verändern: In diesem Camp werden chinesische Arbeiter einquartiert, die hier die erste Autobahn Montenegros von Boljare nach Bar errichten sollen.

    4.7. – Abstecher zum Mrtvica Canyon

    Uns zog es weiter – in Richtung Durmitor-Nationalpark. Auf der Fahrt dorthin machten wir aber noch einen Abstecher in das Gebiet oberhalb der Mrtvica-Schlucht. Hier fanden wir neben Podarcis muralis, Algyroides nigropunctatus (Pracht-Kieleidechse), Lacerta viridis (Östliche Smaragdeidechse) auch Dalmatolacerta oxycephala (Spitzkopfeidechse) – die zweite Art auf Birgits Must-have Liste! Am späten Nachmittag erreichten wir dann Zabljak im Durmitor-Nationalpark. Wir machten uns auf die Suche nach Vipern, gaben aber nach einer Stunde auf – zu warm! Bei der Zimmersuche hat man in Zabljak die Qual der Wahl: neben Hotelzimmern werden zahlreiche Privatunterkünfte angeboten, überall entstehen neue Ferienwohnungen und Autokennzeichen aus ganz Europa zeugen vom boomenden Fremdenverkehr – für uns fast schon zu viel…

  • Blau #1: Algyroides nigropunctatus

  • Blau #2: Dalmatolacerta oxycephala

  • Eine weitere Dalmatolacerta oxycephala

  • Lacerta viridis: diese Tiere sind vermutlich dem „adria clade“ zuzurechnen, der möglicherweise als eigenständige Art betrachtet werden muss.

  • Eine neugierige halbwüchsige Lacerta viridis

  • Die obligatorischen Orchideenfotos: Dactylorhiza saccifera (links) und Dactylorhiza cordigera (rechts)

  • Viola calcarata

  • Viola tricolor

  • Veratrum album

  • Karge Hochebene bei Zabljak auf 1500 m Höhe…

  • …vom rauen Klima dieser Gegend zeugt auch das „Nationalgericht“ von Zabljak: Polenta-Knödel mit Dickmilch.

    5.7. – Unterwegs im Durmitor

    Heute stand die dritte Art von Birgits Liste auf dem Programm: Dinarolacerta mosorensis (Mosor-Eidechse) bewohnt küstennahe Gebiete Kroatiens, Bosniens und Montenegros, dringt aber am Durmitor weit ins Inland vor. Die Tiere stehen in dem Ruf, scheu zu sein, was wir jedoch für den Durmitor nicht bestätigen können: Während unserer Fotosession wurden die Tiere immer zutraulicher und ließen sich schließlich sogar berühren. Während Dinarolacerta mosorensis eher felsige Strukturen besiedelt, findet man in den Grasflächen des Durmitor Lacerta agilis bosnica (Bosnische Zauneidechse) – ebenfalls großartige Fotomotive. An der Passstraße im Nationalpark machten wir Rast bei einer bewirtschafteten (Wellblech-)Hütte: Hier standen Blumensträuße mit selbstgepflückten Orchideen aus der Umgebung auf den Tischen und es gab leckeren Kuchen aus selbstgesammelten Heidelbeeren – wahrer Luxus…

  • Im Durmitor

  • Ein Männchen von Dinarolacerta mosorensis…

  • …und ein neugieriges Weibchen:

  • „Oh – Nagellack:“

  • „Sehr schick!“

  • Da ziehen sie davon…

  • Männliche Lacerta agilis bosnica wärmt sich im Wacholder auf

  • Noch ein Männchen…

  • Ein Weibchen wartet im Gras darauf, dass die Sonne herauskommt

  • Verdiente Rast nach harter Forscherarbeit…

  • Schneeballschlacht!

  • Melampyrum nemorosum agg.

  • Im Durmitor

    6.7. – Fahrt ins Unbekannte

    Im Osten Montenegros, in der Grenzregion zu Albanien und dem Kosovo, befindet sich das Prokletje-Massiv, das mit den höchsten Gipfeln des Dinarischen Gebirges aufwartet. Dieses unter Touristen wenig bekannte Gebiet weckte unsere Neugier. Also verließen wir am Morgen den Durmitor-Nationalpark und machten uns auf den Weg in die entlegene Region rund um die Stadt Plav, wo wir am späten Nachmittag eintrafen. In dieser Gegend enden alle Straßen: die Grenze zum Kosovo ist gesperrt und die Grenze zu Albanien wird durch das Prokletje-Gebirge abgeriegelt – die schönste Sackgasse Montenegros! Hier, im Herzen des Balkans waren wir in einer anderen Welt angekommen: mit Discomusik beschallte Straßencafés, Moscheen mit schlanken Minaretten, prunkvolle Häuser im Zigeunerstil, schwarze Mercedes-Benz-Limousinen aus den 1990er-Jahren. Auf ausländische Urlauber war man noch kaum eingestellt; stattdessen zeugten zahlreiche internationale Autokennzeichen davon, dass jetzt im Sommer viele Auswanderer auf Besuch zu Verwandten gekommen waren (siehe unser Gespräch mit dem Taxifahrer auf dem Weg zum Düsseldorfer Flughafen). Die Einheimischen scheinen hier weitgehend auf Subsistenzwirtschaft zu setzen: Es wurden Kühe am Straßenrand gehütet, Schafe über den Dorfplatz getrieben oder eigenes Obst und Gemüse zum Verkauf angeboten. Wir fanden nach einiger Suche eine freundliche private Unterkunft, die allerdings kein Gästezimmer mehr frei hatte, so dass man uns kurzerhand im Schlafzimmer der Großeltern einquartierte. Den Tag ließen wir dann mit einem vorzüglichen hausgemachten Menü ausklingen.

  • Abendstimmung im Tal von Vusanje: in der Region von Plav gibt es einige Moscheen mit solchen traditionellen Holzminaretten.

  • Gartenidylle bei Plav

  • Das abendliche Menü: We love Sarma!

    7.7. – Wie findet man solch einen Ort?

    Die Temperaturen waren hochsommerlich – also zogen wir früh los, um die lokale Herpetofauna zu erkunden. Am Nachmittag erreichten wir eine bewirtschaftete Alm im Grebaje-Tal, wo wir türkischen Mokka bei einem atemberaubenden Ausblick auf das Prokletje-Gebirge genossen. Nach einiger Zeit sprach uns ein junger Mann am Nebentisch auf Deutsch an: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe gehört, dass Sie deutsch sprechen - darf ich Sie etwas fragen? Wie findet man so einen Ort?“ Er sei auf Besuch bei seinen Verwandten, er freue sich immer, wenn Touristen in diese Gegend kämen aber es würden sich eigentlich nie welche hier her verirren. Und tatsächlich wirkte dieses Tal an der albanischen Grenze für uns tatsächlich wie ein vergessenes Paradies… Wir verabschiedeten uns von der beeindruckenden Gegend um Plav und fuhren am späten Nachmittag zurück nach Kolasin, wo wir eine weitere Nacht verbrachten.

  • Früher Morgen im Tal von Vusanje:

  • Wie fast überall in Montenegro fanden wir auch hier Podarcis muralis

  • Weibliche Lacerta viridis – im Gegensatz zu den Tieren an der Küste dürfte es sich hier um die Nominatform handeln.

  • Ein Männchen von Lacerta viridis

  • Ein weiteres Männchen

  • Juvenile Natrix natrix

  • Im Grebaje-Tal

  • Blindschleiche (Anguis graeca oder Anguis fragilis – die Artbestimmung ist auf dem Balkan nicht immer einfach): Beim Fotografieren dieses Tiers zogen wir die Neugier einer einheimischen Familie auf uns. Während die Mutter auf Abstand blieb, brannten ihre Knaben darauf, diese „Schlange“ – nachdem wir sie von deren Ungiftigkeit überzeugt hatten – auch mal in die Hand zu nehmen: angewandte Naturkunde…

  • Am Plavsko Jezero

    8.7. – Sommerfrische in den Bergen

    Wir fuhren zum Skicenter bei Kolasin, wo wir Zootoca vivipara (Waldeidechse) suchen wollten. Hier herrschte jedoch bereits am Morgen sommerliche Hitze, so dass wir die Suche schnell aufgaben. Zootoca vivipara war damit die einzige montenegrinische Lacertidenart, die wir auf dieser Reise nicht finden sollten. Um der Hitze zu entkommen, fuhren wir zum Bukomirsko Jezero, wo wir ein erfrischendes Bad nahmen, die Sommerfrische genossen und noch ein paar Dinarolacerta montenegrina fotografierten. Nachmittags ging es dann von dort weiter ins Tiefland zum Skutari-See. In Virpazar am Ufer des Skutari-Sees stiegen wir – wie viele Montenegro-Reisende vor uns – im „Hotel Pelikan“ ab, das mit kleinen Zimmern, recht hohen Preisen und frischem Karpfen zum Abendessen aufwartet.

  • Bergwiese mit großen Beständen von Linum capitatum: Hier suchten wir in diesem Jahr vergeblich nach Zootoca vivipara

  • Panoramablick über das Zijovo-Massiv

  • Fotosafari am Bukomirsko Jezero

  • Sympetrum sanguineum

  • Versammlung von Plebeius sp. (vermutlich idas oder agyrognomon)

  • Gentianella crispata

  • Dinarolacerta montenegrina

    9.7. – Frühschicht am Skutari-See

    Da für diesen Tag Höchsttemperaturen bis fast an die 40 Grad-Marke vorhergesagt waren, hieß es für uns früh aufzustehen, um wenigstens noch ein paar Reptilien zu Gesicht zu bekommen. Bei Sonnenaufgang waren wir draußen. In diesem Gebiet hofften wir auf die vierte Art von Birgits Liste: Podarcis melisellensis (Karstläufer). Diese Art kann im Hochsommer schwer zu finden sein, da sie sich dann meist in schattigen Unterschlüpfen versteckt hält – umso mehr freuten wir uns, ein prächtig gefärbtes Männchen dieser Art vor die Linse zu bekommen. Schnell wurde es dann aber zu heiß für die Reptiliensuche und so verließen wir den Skutari-See und fuhren entlang der Küste nach Kotor, unserer nächsten Station, wo wir am Nachmittag die historische Altstadt besichtigten: Neben zahlreichen Souvenirläden gibt es dort intensiv gefärbte Dalmatolacerta oxycephala zu bestaunen. Die Tiere besiedeln die Stadtmauern und lassen sich auch durch zahlreiche Touristen nicht aus der Ruhe bringen.

  • Morgens am Skutari-See

  • Eine schöne Ruine mit alten Teppichresten:

  • Habitat von Podarcis melisellensis…

  • …ein prächtig gefärbtes Männchen

  • Lacerta trilineata (Riesensmaragdeidechse) – sehr scheu im Sommer

  • Testudo hermanni (Griechische Landschildkröte)

  • Pseudopus apodus (Scheltopusik)

  • Versammlung von Spialia orbifer (Vordergund) und Cupido argiades (Hintergrund)

  • Die Bewohner von Kotor haben eine eigenwillige Interpretation von Verbotsschildern…

  • Dalmatolacerta oxycephala mit Beute

  • Farbenprächtige Dalmatolacerta oxycephala – trotz hoher Temperaturen ganztägig aktiv

    10.7. – Rallye im Lovcen-Nationalpark

    Der Tag begann mit Regenschauern, die sich aber am späten Vormittag verzogen. Also fuhren wir hinauf in den Lovcen Nationalpark: Der gleichnamige Berg überragt die Bucht von Kotor um fast 2000 Meter und ist über eine Straße mit etlichen Haarnadelkurven erreichbar. Gegen eine geringe Gebühr kann man auf einer schmalen Piste in den Nationalpark hineinfahren und die dortige Natur bestaunen. Hier wollten wir nochmals Dalmatolacerta oxycephala und Dinarolacerta mosorensis suchen. Entlang der Piste im Nationalpark waren überall junge Männer damit beschäftigt, farbige Markierungen auf die Straße zu malen und die Fahrbahnbegrenzung in den Kurven mit Autoreifen abzusichern: Hier wurde offenbar eine Rallye vorbereitet… und tatsächlich: immer wieder rasten in halsbrecherischem Tempo röhrende Kleinwagen mit lächerlichem Tuning und defektem Auspuff an uns vorbei – vermutlich zum Probefahren. Und das, obwohl die enge Piste gleichzeitig noch von zahlreichen Touristen (also auch von uns) befahren wurde – sowas gibt es nur auf dem Balkan. Wir hoffen, dass diese fragwürdige Veranstaltung („Hill Climb Trophy Race Lovcen 2015“) wenigstens etwas Geld in die Nationalparkkasse gespült hat.

  • Blick vom Lovcen über die Bucht von Kotor

  • Obligatorisches Urlaubsfoto

  • Dalmatolacerta oxycephala…

  • ...close-up

  • …und noch eine

  • Dinarolacerta mosorensis: Diese Art ist am Lovcen kräftiger gefärbt als im Durmitor

  • Eine weitere Dinarolacerta mosorensis mit leuchtender Gelbfärbung

  • Lilium martagon

    11.7. – Eidechsen und Kreuzfahrttouristen

    An unserem Abreisetag besuchten wir morgens noch einmal die Innenstand von Kotor, wo eine Population eingeschleppter Podarcis siculus (Ruineneidechse) lebt. Die Kleinstadt Kotor befindet sich dauerhaft in einer Art Verkehrsinfarkt; zudem wird der kleine Hafen regelmäßig von gewaltigen Kreuzfahrtschiffen angesteuert, die den Ort um ein Mehrfaches überragen und ihre Passagiere für einen halben Tag in die Gassen der Altstadt entlassen. Mitten im Trubel, dort, wo die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe an Land gehen, wurden wir fündig – Podarcis siculus war somit unsere letzte Lacertiden-Art auf dieser Reise. Danach fuhren wir etwas schweren Herzens zum Flughafen Podgorica und waren am frühen Abend wieder zuhause in Düsseldorf.

  • Habitat von Podarcis siculus – man beachte den Brunnen im Vordergrund:

  • Hier fanden wir Podarcis siculus…

  • …ein weiteres Exemplar: Die letzte Eidechse dieser Reise!