Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

Hellas reloaded! Nach fast zweijähriger Abstinenz konnten wir endlich wieder griechischen Boden betreten. Dieses Mal standen die ägäischen Inseln Astypalaia und Naxos und deren Mauereidechsen im Fokus. Auf Naxos hofften wir außerdem auf Sandboas und Vierstreifennattern. Vielen Dank an Philippos Katsiyiannis, Panayiotis Pafilis & Jonathan Webster!

  • Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Kreuzfahrt in der Heimat des Odysseus

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  • Portugal, 14. – 21.4.2017

    Portugal, 14. – 21.4.2017

    Eidechsensafari an der Atlantikküste

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  • Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Season Opening 2017

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  • Pyrenäen, 2008 - 2016

    Pyrenäen, 2008 - 2016

    Aller guten Dinge sind Drei: Die Suche nach den Pyrenäeneidechsen

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  • Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Mission Vulkan! Rauchende Berge und seltene Reptilien

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  • Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Hellas reloaded – Besuch in Europas Biodiversitäts-Labor

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  • Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Biodiversität auf der Südost-Tangente

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  • Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Eidechsensafari in den Bergen Montenegros

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  •  Malta, 3. – 6.4.2015

    Malta, 3. – 6.4.2015

    Die exklusive Podarcis filfolensis Homestory!

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  • Oman, 6.–15.3.2015

    Oman, 6.–15.3.2015

    Abenteuer im Südosten der arabischen Halbinsel

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  • Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    14 Tage in der Hitze Kastiliens

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  • Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Reptilienabenteuer in Westgriechenland

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  • Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    2014 Season Kick-off mit 16 Reptilienarten

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  • Korsika, 07.-17.09.2013

    Korsika, 07.-17.09.2013

    Berge, Meer und Felseidechsen

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  • Portugal, 13. - 20.07.2013

    Portugal, 13. - 20.07.2013

    Eidechsensuche in Zentralportugal

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  • Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Herpetologische Abenteuer von der Schwarzmeerküste zum Eisernen Tor

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  • Menorca, 17. - 24.03.2013

    Menorca, 17. - 24.03.2013

    Besuch bei den Baleareneidechsen

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  • Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Herbstreise quer durch den Peloponnes

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  • Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Sommertrip in die Berge Montenegros

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  • Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Die Suche nach den legendären "Rieseneidechsen"...

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  • Kreta, 06. - 13.04.2012

    Kreta, 06. - 13.04.2012

    Auf der Suche nach den Blumen und Eidechsen Kretas...

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  • Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Eine heiße Woche voller herpetologischer Highlights im Südwesten Andalusiens

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  • Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Herpetologische Reise in den Nordwesten Spaniens: die Berge westlich von Leon, die Atlantikküste südlich von A Coruña und die Picos de Europa.

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  • Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Fünf Inseln in zwei Wochen: Kythira, Pori, Milos, Kimolos und Sifnos

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  • Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Exkursion zur östlichsten Insel Griechenlands...

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  • Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Iberolacertas in der Sierra de Gredos, Pena de Francia und Sierra de Guadarrama

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  • Alpen, 03. - 17.07.2010

    Alpen, 03. - 17.07.2010

    Unsere erste Tour in die Alpen führte uns ins Allgäu, die Julischen Alpen und nach Kärnten

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  • Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Vier Podarcis-Arten auf einen Streich!

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  • Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Traumreise durch das Pindos-Gebirge...

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  • Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Orchideenreise in den Osten Siziliens

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  • Samos, September 2008 / 2009

    Samos, September 2008 / 2009

    Chamäleons, Goldmabuyen und schöne Strände...

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  • Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Eidechsen in der Provinz Alicante

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  • Kalkeifel

    Kalkeifel

    Unser regionaler „Spielplatz“: botanische Highlights, artenreiche Schmetterlingswiesen und ein bisschen Herpetofauna…

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  • Hellas geht immer!

    25.3. – Stop-Over in Athen

    Unser Flug von Düsseldorf nach Athen startete um 16 Uhr. Da unser Weiterflug nach Astypalaia erst am folgenden Tag stattfand, verbrachten wir eine Nacht in Athen: Wir wollten diese Gelegenheit nutzen, um einmal im Leben die Akropolis zu besuchen.

  • Die Akropolis von Athen

    26.3. – Ab auf die Insel!

    Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns um 8 Uhr morgens auf zur Akropolis: Trotz zahlreicher Touristengruppen aus aller Welt ein beeindruckendes Erlebnis! Mittags startete dann unser Olympic-Flug von Athen nach Astypalaia. Am Flugplatz wurden wir vom Wirt unserer Unterkunft empfangen und kurze Zeit später hatten wir unser Zimmer bezogen, Proviant besorgt und konnten endlich auf Reptiliensuche gehen.

    Astypalaia ist eine ziemlich abgeschiedene Insel zwischen den Kykladen und den ostägäischen Inseln des Dodekanes mit einer recht artenarmen Herpetofauna. Allerdings kommt hier (und auf ein paar der umliegenden unbewohnten Eilande) die von Wettstein (1937) beschriebene Podarcis erhardii syrinae (eine Unterart der Ägäischen Mauereidechse) vor. Das allein ist noch nicht überraschend: Hatten doch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts übereifrige Herpetologen für fast jede Insel der Ägäis eine eigene Unterart von Podarcis erhardii beschrieben – derzeit unterscheidet die Taxonomie noch immer 18 Unterarten für die Ägäis, obwohl bekannt ist, dass ein Großteil davon nicht valide sein dürfte.

    Allerdings weckte eine genetische Untersuchung der Mauereidechsen Griechenlands von Poulakakis et al. (2005) unsere Aufmerksamkeit: Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten darauf hin, dass sich die Mauereidechsen der Südost-Kykladen genetisch von ihren nächsten Verwandten auf den zentralen Kykladen unterscheiden. Der genannte Artikel geht jedoch nicht näher auf dieses Ergebnis ein. Von Panayiotis Pafilis erhielten wir dann den Hinweis, dass es sich bei den Eidechsen von Astypalaia möglicherweise um etwas Besonderes handeln könnte. Unsere anschließenden Internet-Recherchen zeigten, dass es offenbar keine frei verfügbaren Abbildungen dieser Tiere gab. Also mussten das wohl wir übernehmen und ein paar Fotos vor Ort machen! Unsere Erwartungen waren gering, wussten wir doch, dass die meisten Kykladen-Unterarten von Podarcis erhardii recht ähnlich aussehen. Umso überraschter waren wir, als wir die Astypalaia-Eidechsen dann zu sehen bekamen…

  • Landeanflug mit Blick über den Ostteil von Astypalaia

  • Die Chora von Astypalaia

  • Die ersten Eidechsen: Podarcis erhardii syrinae wurde schon vor knapp 80 Jahren beschrieben, bislang gab es aber keine frei verfügbaren Fotos dieser Unterart.

  • Während die meisten Podarcis erhardii-Unterarten der Kykladen recht ähnlich aussehen, unterscheidet sich die Unterart syrinae davon erheblich:

  • Es sind gedrungene, robuste Eidechsen mit massivem Schädel.

  • Eine der sehr wenigen blühenden Orchideen: Ophrys ferrum-equinum

  • Die Chora im Mondschein

    27.3. – Ziegen und Eidechsen

    Wir mieteten einen Wagen, um die Insel zu erkunden: Der Westteil der Insel entpuppte sich als baumloser, von Ziegen beweideter Schieferfelsen, der Ostteil als baumloser, von Ziegen beweideter Kalkfelsen. Überweidung ist sicher ein Problem auf Astypalaia. Dennoch ist Podarcis erhardii, ebenso wie Mediodactylus kotschyi (Ägäischer Nacktfingergecko), überall auf der Insel verbreitet. Wir widmeten den Eidechsen eine weitere intensive Fotosession.

  • Blick auf den Ort Livadia, der wie eine Oase in der kahlen Landschaft liegt.

  • Eidechsensuche in Fuerteventura-Ambiente

  • Mediodactylus kotschyi solerii

  • Podarcis erhardii syrinae hat eine ausgeprägte Halsbandfalte

  • Paar von Podarcis erhardii syrinae

  • Podarcis erhardii syrinae

  • Podarcis erhardii syrinae mit dunklem Schädel

  • Wiedehopf (Upupa epops)

    28.3. – Die gesamte Herpetofauna…

    Wir hatten erst zwei der vier auf Astypalaia vorkommenden Amphibien- und Reptilienarten gesehen: Neben Podarcis erhardii und Mediodactylus kotschyi sind dies Hemidactylus turcicus (Halbfingergecko) und Pelophylax bedriagae (Kleinasiatischer Seefrosch) – diese beiden Arten wollten wir noch finden. Außerdem wollten wir noch einmal die Mauereidechsen fotografieren, die uns nach wie vor faszinierten. Eine (vorläufige) Würdigung dieser weitgehend unbekannten Eidechsen findet sich am Ende dieses Reiseberichts.

  • Sonnenaufgang - ganz im Hintergrund die Insel Nisiros

  • Hemidactylus turcicus

  • Habitat von Pelophylax bedriagae

  • Das Vorkommen von Pelophylax bedriagae auf Astypalaia ist bemerkenswert: Es ist das einzige Vorkommen dieser Art westlich des Mittelägäischen Grabens. Dieser stellt ansonsten eine massive Trennlinie zwischen der griechischen und der kleinasiatischen Herpetofauna dar. Ob es sich hier um eine autochtone Population oder um Einschleppung handelt, ist uns nicht bekannt.

  • Für Podarcis erhardii ist der Mittelägäische Graben bei Astypalaia die östliche Verbreitungsgrenze (mit Ausnahme eines Eilandes bei der Insel Nisiros). Auf den Ostägäischen Inseln wird die Art durch Vertreter der Gattung Anatololacerta abgelöst.

  • In ihrer Erscheinung erinnert Podarcis erhardii syrinae an die Pori-Eidechse (Podarcis levendis).

  • Podarcis erhardii syrinae

  • Podarcis erhardii syrinae

  • Wir hatten jetzt die gesamte Herpetofauna von Astypalaia gesehen – vielleicht sollten wir nun ein Buch schreiben? ;-)

    29.3. – Überfahrt nach Naxos

    Naxos ist die größte Kykladeninsel, ihre Herpetofauna umfasst stolze 15 Arten und dennoch konnten wir vor unserer Reise in herpetologischer Hinsicht wenig über mögliche Fundorte in Erfahrung bringen: Die meisten Feldherpetologen scheinen andere Kykladeninseln zu bevorzugen. Daher mussten wir im Wesentlichen „auf gut Glück“ suchen. Neben den Ägäischen Mauereidechsen auf Naxos (Podarcis erhardii naxensis) interessierten uns vor allem die dort vorkommende Unterart der Riesensmaragdeidechse (Lacerta trilineata citrovittata) sowie die Sandboa (Eryx jaculus) und die Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata).

    Um 5 Uhr morgens startete die Fähre von Astypalaia, die uns über Amorgos und Donousa nach Naxos brachte, wo wir gegen 9:30 Uhr ankamen. Mietwagen abholen, Unterkunft beziehen – und los ging es! Als erstes besuchten wir ein Küstengebiet bei Naxos Stadt, wo wir Podarcis erhardii naxensis, Mediodactylus kotschyi, Hemidactylus turcicus, Stellagama stellio (Hardun) und Eryx jaculus (Sandboa) fanden – ein guter Anfang! Danach besuchten wir ein sumpfiges Küstenhabitat, wo wir auf Ringelnattern (Natrix natrix) hofften. Wir fanden keine Ringelnattern, dafür jedoch Johannisechsen (Ablepharus kitaibelii), von denen uns aber keine Aufnahmen gelangen. Anschließend fuhren wir in das vielversprechende Potamia-Tal. Dort fließt ein breiter Bach, die Landschaft ist üppig grün. Auch hier sahen wir Podarcis erhardii, Mediodactylus kotschyi und Stellagama stellio und es wurde uns schnell klar, dass diese drei Arten überall auf der Insel verbreitet sein dürften. Am Bach fanden wir Pelophylax kurtmuelleri (Balkan-Wasserfrosch) und eine juvenile Mauremys rivulata (Westkaspische Schildkröte) – aber leider auch hier keine Ringelnatter (diese Art zu finden, sollte sich noch als knifflig erweisen).

  • Abfahrt von Astypalaia

  • Zwischenstopp auf Amorgos

  • Zwischenstopp auf Donousa

  • Ankunft auf Naxos

  • Podarcis erhardii naxensis – verglichen mit den Eidechsen auf Astypalaia sind die Tiere auf Naxos farbenprächtig und kontrastreich gezeichnet

  • Stellagama stellio daani

  • Mediodactylus kotschyi saronicus

  • Eryx jaculus – für uns eine neue Art!

  • Ringelnatter-Habitat ohne Ringelnatter

  • Mauremys rivulata: Ein Schlüpfling aus dem Vorjahr

    30.3. – Sightseeing im Norden

    Wir fuhren in die bewaldeten Bachtäler bei Appolonas im Norden der Insel, um Lacerta trilineata und Natrix natrix zu suchen. Das Ergebnis: Vielversprechende Habitate in schöner Landschaft, aber nur der übliche Dreiklang aus Podarcis erhardii, Stellagama stellio und Mediodactylus kotschyi. Am Nachmittag fuhren wir zurück ins Zentrum der Insel, wo wir dann doch noch eine einzelne Lacerta trilineata entdeckten.

  • Im Norden von Naxos

  • Podarcis erhardii naxensis

  • Saturnia pyri (Wiener Nachtpfauenauge)

  • Stellagama stellio daani

  • Ophrys thesei: Ein Endemit der zentralen Kykladen

  • Ophrys cretica

  • Ophrys mammosa

  • Lacerta trilineata citrovittata: Die Art scheint auf Naxos nicht sehr häufig zu sein, wir sahen auf unserer gesamten Reise lediglich sechs Tiere. Diese hielten sich meist im Gebüsch versteckt, nie sahen wir Tiere am Straßenrand, wie es andernorts nicht ungewöhnlich ist.

    31.3. – Schlangensafari

    Wir begaben uns im Zentrum der Insel auf Schlangensuche – und es funktionierte: Schnell fanden wir eine juvenile Elaphe quatuorlineata sowie Eryx jaculus. Die Mittagszeit verbrachten wir in einem Dünenhabitat an der Westküste, wo wir Bufo viridis (Wechselkröte) unter Steinen fanden. Nachmittags fuhren wir nochmals zu dem „Schlangen-Spot“ vom Vormittag – und hatten wieder Glück: Vipera ammodytes (Hornotter). Außerdem waren nun im Gras überall Johannisechsen (Ablepharus kitaibelii) unterwegs und in den Dornbüschen versteckten sich Riesensmaragdeidechsen (Lacerta trilineata). Wohl unser erfolgreichster Tag auf Naxos!

  • Endlich Schlangen: Juvenile Elaphe quatuorlineata muenteri – die zweite neue Art für uns!

  • Eryx jaculus

  • Ruine eines nicht fertiggestellten Hotels in den Dünen…

  • …mit schönem mural…

  • …und Bufo viridis

  • Ophrys calypso

  • Ablepharus kitaibelii

  • Lacerta trilineata citrovittata: Tiere mit klarer blauer Kopffärbung, wie sie auf der Insel Tinos vorkommen, sahen wir nicht. Ob Lacerta trilineata citrovittata auf Naxos generell keine intensive Blaufärbung hat oder, ob es dafür Ende März noch zu früh war, wissen wir nicht.

  • Lacerta trilineata citrovittata: Diese braunen "Smaragdeidechsen" sehen merkwürdig aus...

  • Vipera ammodytes

    01.04. – Viel gefahren, wenig gefunden…

    Wir fuhren an die Südküste, um unser Glück in einem potentiellen Küstenhabitat zu versuchen. Außer ein paar scheuen Mauremys rivulata gab es hier nichts zu sehen. Der Südteil der Insel ist stark überweidet und wenig ansprechend. Also fuhren wir zurück ins Zentrum. In den Eichenwäldern an den Berghängen des Zas konnten wir schön gefärbte Podarcis erhardii naxensis und eine sehr scheue Lacerta trilineata beobachten. Am Nachmittag erkundeten wir den Ostteil der Insel, der aber ebenfalls stark beweidet, trocken und wenig ergiebig war. Zum Abschluss des Tages besuchten wir nochmals das Schlangengebiet des Vortags, wo wir noch ein paar Eryx jaculus und Hemidactylus turcicus fanden.

  • Frühling...

  • Podarcis erhardii naxensis mit blauer Flankenfärbung

  • Eidechsensex #1

  • Eidechsensex #2

  • Eidechsensex #3

  • Eidechsensex #4

  • Hyles euphorbiae (Wolfsmilch-Schwärmer)

  • Orchis anatolica

  • Hemidactylus turcicus

  • 3 unter einem Stein: Eryx jaculus

  • Close-up von Eryx jaculus

    02.04. – Zwei Highlights zum Schluss

    Da war noch die Sache mit Natrix natrix: Wir starteten einen neuen Versuch und fuhren nochmals ins Potamia-Tal… und fanden wieder nur Frösche und Schildkröten, aber keine verflixte Ringelnatter. Der Blutdruck stieg! Wir fuhren weiter zu einer Bergwiese, fotografierten verschiedene Blumen und machten ein paar Atemübungen, um dann einen weiteren Anlauf zu nehmen: In einem anderen Bachtal hatten wir endlich Glück und fanden Natrix natrix! Den Nachmittag verbrachten wir an der Küste, ohne weitere nennenswerte Funde. Abends besuchten wir einen Olivenhain im Insel-Inneren… und konnten es kaum glauben: kurz vor Ende unserer Reise „stolperten“ wir über eine ausgewachsene Elaphe quatuorlineata. Ein krönender Abschluss!

  • Habitat ohne Natrix

  • Pelophylax kurtmuelleri und Mauremys rivulata

  • Lockerer Eichenwald

  • Ornithogalum nuthans

  • Romulea bulbocodium var. leichtliniana

  • Ophrys reinholdii

  • Habitat von Pelophylax kurtmuelleri, Mauremys rivulata und Natrix natrix

  • Natrix natrix – Die Tiere von Naxos gelten als Übergangsform N. n. persa x N. n. schweizeri: persa-Streifen und schweizeri-Flecken…auf anderen griechischen Inseln hatten wir allerdings schon vergleichbar gefärbte Tiere gesehen.

  • Stellagama stellio daani

  • Juvenile Lacerta trilineata

  • Im Zentrum von Naxos gibt es große Olivenbäume – und große Schlangen:

  • Elaphe quatuorlineata muenteri

  • Für die eher kleinwüchsige Kykladen-Unterart muenteri handelt es sich bei diesem ca. 150 cm langen Tier um ein sehr großes Exemplar.

    03.04. – Abschied

    Nach einer Woche sonnigen Wetters war es nun windig und wolkig. Das war uns jedoch egal: Unser Rückflug von Naxos nach Athen startete um 9:30 Uhr. Gegen 16 Uhr erreichten wir schließlich Düsseldorf.

    Wir hatten eine beeindruckende Exkursion hinter uns. Obwohl Naxos in dem Ruf eines Pauschalreiseziels für den Massentourismus steht, ist vor allem das Insel-Innere ruhig und bietet interessante und abwechslungsreiche Lebensräume. Die Artenvielfalt ist – verglichen mit anderen Ägäischen Inseln – hoch: Von den 15 für Naxos beschriebenen Arten haben wir 13 gesehen. Lediglich Hyla arborea (Laubfrosch) und Xerotyphlops vermicularis (Wurmschlange) konnten wir nicht finden.

    (Vorläufige) Würdigung von Podarcis erhardii auf Astypalaia

    Podarcis erhardii syrinae wurde von Wettstein 1937 für die unbewohnten Inseln Syrna und Dio Adelfia südlich von Astypalaia beschrieben. Die Eidechsen von Astypalaia hielt er für eine „Mischbevölkerung“ aus P. erhardii syrinae und P. erhardii naxensis. Chondropoulos (1986) stellte sie schließlich ebenfalls zu P. erhardii syrinae.

    Die Beschreibung durch Wettstein ist ungenau; er nennt jedoch unter anderem folgende Merkmale: „Eine normal große, etwas gedrungen gebaute Form […] Unterseite graugelblich bis graugrünlich. Kopfunterseite ohne Schwarzfleckung…“

    Nach unseren Beobachtungen unterscheiden sich die Eidechsen von Astypalaia in der Tat erheblich von ihren Verwandten auf den zentralen Kykladen, wie wir sie zum Beispiel auf Naxos beobachten konnten.

    Körperfärbung:

  • Auffällig bei P. erhardii syrinae ist die meist braune Grundfarbe der Flanken mit kleinen hellen Flecken, in der Regel ohne schwarze Zeichnungselemente. Die Bauchrandschilde zeigen bei den Männchen oft nur kleine blaue Punkte, häufig nur auf jedem zweiten Bauchrandschild. Zusätzliche Blau- und Grünfärbung an den Flanken kommt nicht vor. Insgesamt wirkt die Unterart in der Seitenansicht dadurch monochrom braun. Die Rückenzeichnung mit schwarzen Flecken und Grünfärbung im vorderen Teil sowie die blass-orange Färbung von Bauch und Schwanzunterseite ähnelt der anderer Kykladeneidechsen.

    Kopffärbung:

  • Bei den meisten P. erhardii der Kykladen setzt sich der dunkle Flankenstreif von der Ohröffnung bis zum Auge fort. Kehle und Unterlippenschilde sind oftmals gelb bis rot-orange mit schwarzen Punkten. Insgesamt entsteht dadurch eine kontrastreiche Kopffärbung. Bei P. erhardii syrinae wirkt die Kopffärbung monochrom graubraun, der dunkle Streif zwischen Ohr und Auge ist schwach ausgeprägt; die Kopfunterseite ist graubraun, niemals gelb oder orange und hat wie von Wettstein beschrieben keine schwarze Flecken.

    Beschuppung:

  • Wettstein weist darauf hin, dass bei P. erhardii syrinae die Occipitale sehr klein ist und die Interparietale, wenn überhaupt, „nur in einem Punkt“ berührt. Bei P. erhardii naxensis berühren sich hingegen Occipitale und Interparietale „in breiter Naht“. Diese Beobachtung können wir zwar im Grundsatz bestätigen. Sie erscheint uns aber nicht diagnostisch, da bei beiden Unterarten die verschiedenen Ausprägungen der Kopfbeschilderung durchaus vorkommen. Darüber hinaus konnten wir keine diagnostischen Einzelmerkmale identifizieren.

    Körperbau:

    Auffällig ist bei adulten Männchen von P. erhardii syrinae die stark ausgeprägte Halsbandfalte, die oftmals bis in den Nacken reicht. Zudem wirkt P. erhardii syrinae – wie bei Wettstein beschrieben – „gedrungen“, die Schädel wirken massiv mit zugespitzter Schnauze. Diese Eindrücke ließen sich aber nur über eine morphometrische Untersuchung quantifizieren.

    Genetik:

    Eine mtDNA-Untersuchung von Poulakakis et al. (2005) weist darauf hin, dass Podarcis erhardii in der südlichen Ägäis drei Gruppen bildet: Eine westliche Gruppe (Serifos, Sifnos und Kythnos), eine zentrale Gruppe (Naxos, Mykonos, Tinos, Amorgos etc.) sowie eine südöstliche Gruppe (Astypalaia, Anafi und umliegende Eilande). Geologische Untersuchungen (sowie die heutigen Meerestiefen) weisen darauf hin, dass Astypalaia seit mindestens 3,5 Mio. Jahren von den benachbarten Kykladeninseln getrennt ist, was eine eigenständige Entwicklung der östlichen Gruppe erklären kann. Es sei aber darauf hingewiesen, dass unseres Wissens auf der Astypalaia benachbarten Insel Amorgos neben „typischen“ Kykladeneidechsen auch Tiere vorkommen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit P. erhardii syrinae aufweisen.

    Die Eidechsen von Astypalaia (bzw. die östliche Gruppe) sollten aus unserer derzeitigen Sicht zumindest als eigenständige Unterart betrachtet werden. Ob noch weiter gehende taxonomische Schlüsse zu ziehen sind, müssen letztlich genetische Untersuchungen klären. Podarcis erhardii syrinae ist jedoch ein gutes Beispiel dafür, wie die Ägäis als „Biodiversitätslabor“ funktioniert.

    Literatur:

    Poulakakis, N. & Lymberakis, P. & Valakos, E. & Zouros, E. & Mylonas, M. (2005) - Phylogenetic relationships and biogeography of Podarcis species from the Balkan Peninsula, by bayesian and maximum likelihood analyses of mitochondrial DNA sequences.  - Molecular Phylogenetics and Evolution, 37 (3): 845-857.
    Wettstein, O. von (1937) - Vierzehn neue Reptilienrassen von den südlichen Ägäischen Inseln. - Zoologischer Anzeiger, 118 (3/4): 79-90.