Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

Im Herbst 2016 sowie im Herbst 2017 hatten wir die Gelegenheit, Südostspanien zu besuchen. Unser Hauptaugenmerk galt dabei den dortigen Vertretern der Gattung Podarcis: In der Region des Betischen Massivs stoßen mehrere genetische Linien aufeinander. Unsere Fotodokumentation zeigt die versteckte Vielfalt in dieser Region.

  • Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Betische Eidechsen – Eine Fotodokumentation

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  • Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

    Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

    Reptilienrallye auf der Iberischen Halbinsel

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  • Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Kreuzfahrt in der Heimat des Odysseus

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  • Portugal, 14. – 21.4.2017

    Portugal, 14. – 21.4.2017

    Eidechsensafari an der Atlantikküste

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  • Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Season Opening 2017

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  • Pyrenäen, 2008 - 2016

    Pyrenäen, 2008 - 2016

    Aller guten Dinge sind Drei: Die Suche nach den Pyrenäeneidechsen

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  • Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Mission Vulkan! Rauchende Berge und seltene Reptilien

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  • Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Hellas reloaded – Besuch in Europas Biodiversitäts-Labor

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  • Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Biodiversität auf der Südost-Tangente

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  • Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Eidechsensafari in den Bergen Montenegros

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  •  Malta, 3. – 6.4.2015

    Malta, 3. – 6.4.2015

    Die exklusive Podarcis filfolensis Homestory!

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  • Oman, 6.–15.3.2015

    Oman, 6.–15.3.2015

    Abenteuer im Südosten der arabischen Halbinsel

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  • Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    14 Tage in der Hitze Kastiliens

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  • Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Reptilienabenteuer in Westgriechenland

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  • Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    2014 Season Kick-off mit 16 Reptilienarten

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  • Korsika, 07.-17.09.2013

    Korsika, 07.-17.09.2013

    Berge, Meer und Felseidechsen

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  • Portugal, 13. - 20.07.2013

    Portugal, 13. - 20.07.2013

    Eidechsensuche in Zentralportugal

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  • Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Herpetologische Abenteuer von der Schwarzmeerküste zum Eisernen Tor

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  • Menorca, 17. - 24.03.2013

    Menorca, 17. - 24.03.2013

    Besuch bei den Baleareneidechsen

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  • Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Herbstreise quer durch den Peloponnes

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  • Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Sommertrip in die Berge Montenegros

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  • Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Die Suche nach den legendären "Rieseneidechsen"...

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  • Kreta, 06. - 13.04.2012

    Kreta, 06. - 13.04.2012

    Auf der Suche nach den Blumen und Eidechsen Kretas...

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  • Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Eine heiße Woche voller herpetologischer Highlights im Südwesten Andalusiens

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  • Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Herpetologische Reise in den Nordwesten Spaniens: die Berge westlich von Leon, die Atlantikküste südlich von A Coruña und die Picos de Europa.

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  • Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Fünf Inseln in zwei Wochen: Kythira, Pori, Milos, Kimolos und Sifnos

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  • Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Exkursion zur östlichsten Insel Griechenlands...

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  • Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Iberolacertas in der Sierra de Gredos, Pena de Francia und Sierra de Guadarrama

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  • Alpen, 03. - 17.07.2010

    Alpen, 03. - 17.07.2010

    Unsere erste Tour in die Alpen führte uns ins Allgäu, die Julischen Alpen und nach Kärnten

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  • Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Vier Podarcis-Arten auf einen Streich!

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  • Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Traumreise durch das Pindos-Gebirge...

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  • Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Orchideenreise in den Osten Siziliens

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  • Samos, September 2008 / 2009

    Samos, September 2008 / 2009

    Chamäleons, Goldmabuyen und schöne Strände...

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  • Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Eidechsen in der Provinz Alicante

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  • Kalkeifel

    Kalkeifel

    Unser regionaler „Spielplatz“: botanische Highlights, artenreiche Schmetterlingswiesen und ein bisschen Herpetofauna…

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  • Die Gipfelregion der Sierra Nevada, dem höchsten Gebirge des Betischen Massivs

    Für den Südosten Spaniens wurden bislang drei Mauereidechsenarten beschrieben: Podarcis vaucheri, Podarcis virescens, Podarcis hispanicus. Darüber hinaus nennt die Literatur noch drei weitere genetische Linien, die bislang keinem Taxon zugeordnet sind. Diese versteckte Vielfalt zu veranschaulichen ist das Ziel der nachstehenden Fotodokumentation. Auf den ersten Blick mögen die Eidechsen in dieser Reportage sehr ähnlich aussehen. Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jedoch äußerliche Unterschiede wie auch verschiedene Habitatpräferenzen. Genau diese subtilen Unterschiede machen die Mauereidechsen im südlichen Spanien so faszinierend.

    Unsere Dokumentation ist nicht als chronologischer Reisebericht strukturiert, sondern nach Regionen. Insbesondere die in der Arbeit von KALIONTZOPOULOU et al. (2011) enthaltenen Fundorte dienten uns als wichtige Anhaltspunkte für unsere Exkursionsziele.

  • Übersicht der besuchten Regionen

    Sierra Nevada

    In der Sierra Nevada fanden wir an verschiedenen Stellen Podarcis vaucheri: Die Art ist sehr variabel gefärbt und sieht in dieser Region völlig anders aus, als beispielsweise in Südwestandalusien. Charakteristisch sind die dunklen Flanken und das Fehlen einer dunklen vertebralen Linie. Am Südhang der Sierra Nevada konnten wir zahlreiche Tiere an einem Bachlauf in der Nähe der Ortschaft Lanjarón beobachten; juvenile Tiere fanden wir selbst noch auf fast 2000 m Höhe bei bereits sehr kühlen Temperaturen. Auf der Nordseite des Gebirges leben diese Eidechsen in der Nähe der Pradollano-Skistation auf ebenfalls 2000 m Höhe.

    KALIONTZOPOULOU et al. (2011) weisen darauf hin, dass im östlichen Andalusien neben der bekannten Form von Podarcis vaucheri noch eine weitere genetische Linie vorkommt, die sie als „Podarcis vaucheri southern-central Spain“ bezeichnet. Morphologisch scheint diese aber nicht unterscheidbar zu sein. Zudem sind bislang nur wenige Fundpunkte bekannt, so dass eine geografische Abgrenzung dieser Form derzeit nicht möglich ist. In dieser Dokumentation betrachten wir daher diese Linie als Synonym für Podarcis vaucheri.

    Interessant ist die Ortschaft La Calahorra am Nordrand der Sierra Nevada: Hier liegt einer der südlichsten Fundpunkte einer Linie, die als „hispanica sensu stricto“ bezeichnet wird (KALIONTZOPOULOU et al. (2011)). Es ist nicht völlig auszuschließen, dass sich unter dieser Bezeichnung ein bislang unbeschriebenes Taxon verbirgt; nach derzeitigem Kenntnisstand ist jedoch zu vermuten, dass es sich dabei um Podarcis liolepis handelt. Der Einfachheit halber bezeichnen wir die Vertreter dieser Linie hier deshalb als Podarcis liolepis. In La Calahorra konnten wir aufgrund der herbstlichen Trockenheit leider nur juvenile Tiere nachweisen, was eine eindeutige Bestimmung für uns unmöglich machte.

    Überraschenderweise stießen wir im nur zwei Kilometer entfernten Nachbarort Aldeire auf andere Eidechsen: An einem Bachlauf fanden wir hier Podarcis vaucheri und Podarcis hispanicus in direkter Syntopie; dass es dabei regelmäßig zu Kreuzungen beider Arten kommt, können wir nicht ausschließen. Am nahegelegen Puerto de la Ragua fanden wir auf über 2000 m Höhe ebenfalls Podarcis vaucheri. Somit kommen in dieser Gegend drei genetische Linien in unmittelbaren Kontakt.

  • Die Ortschaft Lanjarón am Südrand der Sierra Nevada: Heimat von Podarcis vaucheri

  • Juvenile Podarcis vaucheri aus Lanjarón

  • Podarcis vaucheri: Charakteristisch sind die dunklen Flanken und die fehlende vertebrale Linie.

  • Adulte Podarcis vaucheri mit typischer Rückenfärbung

  • Am Südhang der Sierra Nevada auf knapp 2000 m Höhe:

  • Bei herbstlichen Temperaturen waren hier noch juvenile Podarcis vaucheri aktiv.

  • Oberhalb der Pradollano Skistation: auch in dieser Gegend fanden wir Podarcis vaucheri.

  • Adulte Podarcis vaucheri: Das „Punktmuster“ verleiht diesem Exemplar eine Ähnlichkeit mit Podarcis virescens.

  • Podarcis vaucheri – Männchen

  • Juvenile Podarcis vaucheri von Pradollano

  • Podarcis vaucheri – Weibchen

  • Habitat von Podarcis vaucheri bei Pradollano

  • Die Burg von La Calahorra: Nach Literaturangaben ein Fundpunkt von Podarcis liolepis

  • Wir konnten hier lediglich juvenile Tiere finden, eine exakte Artbestimmung war daher nicht möglich.

  • Die Umgebung von Aldeire: Hier gibt es auch im Herbst noch reichlich Wasser.

  • Podarcis hispanicus in Syntopie mit:

  • Podarcis vaucheri

  • Podarcis vaucheri: Kreuzungen dieser Art mit Podarcis hispanicus lassen sich an diesem Fundort nicht ausschließen.

  • Podarcis vaucheri – Portrait

  • Habitat am Puerto de la Ragua

  • Podarcis vaucheri mit gelber Bauchfärbung in über 2000 m Höhe

    Provinz Jaén

    Die Provinz Jaén ist über weite Strecken von den landwirtschaftlichen Monokulturen des Olivenanbaus geprägt. Dazwischen ragen inselartig einzelne Bergstöcke als Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen auf. Östlich der Provinzhauptstadt Jaén liegt die Sierra Mágina, die eine Höhe von über 2000 m erreicht. Hier konnten wir Podarcis vaucheri beobachten.

    Vierzig Kilometer ostwärts liegt die Sierra de Cazorla, welche wiederum von anderen Eidechsenarten besiedelt wird: An den trockenen Südhängen lebt Podarcis hispanicus; im Gebirge selbst – insbesondere in feuchteren Habitaten entlang des Flusses Guadalquivir – fanden wir Podarcis virescens. In den Höhenlagen dieses Gebirges kommt mit Podarcis liolepis eine weitere Art vor (Es handelt sich hier um die gleiche genetische Linie „hispanica sensu stricto“, die auch in La Calahorra / Sierra Nevada vorkommt). Damit wird die Provinz Jaén von vier Podarcis-Arten besiedelt. Direkte Syntopie verschiedener Arten konnten wir hier allerdings nicht feststellen; es scheint als würden die Arten verschiedene Habitate besiedeln.

  • Der Pico de Mágina – Heimat von:

  • Podarcis vaucheri – adultes Tier mit “typischer” Färbung: grüner Rücken und grauer Kopf

  • Podarcis vaucheri – juvenil

  • Die Sierra Mágina – ganz am Horizont ist die Sierra de Cazorla zu sehen.

  • Sierra de Cazorla: Das Quellgebiet des Guadalquivir liegt auf 1400 m Höhe und ist durch schneereiche Winter geprägt. Dieses Habitat wird von Podarcis liolepis bewohnt.

  • Podarcis liolepis – charakteristisch ist die ausgeprägte vertebrale Linie, die sie von Podarcis virescens und Podarcis vaucheri unterscheidet. Podarcis liolepis weist zudem in der Regel eine ausgeprägte masseterische Schuppe auf und hat eine gedrungenere Kopfform als die beiden anderen genannten Arten. Die genannten Kritrien sind jedoch „weiche“ Merkmale – es gibt zahlreiche Ausnahmen (s.u.). Ein „hartes“ Unterscheidungskriterium konnten wir nicht feststellen.

  • Podarcis liolepis – juvenile Tiere haben meist ausgeprägte helle dorsolaterale Linien, was ihnen ein „gestreiftes“ Aussehen verleiht.

  • Podarcis virescens vom Oberlauf des Guadalquivir

  • Podarcis virescens: Weibchen mit charakteristischer gelblicher Schwanzunterseite.

  • Podarcis virescens, Männchen: Die Art hat keine ausgeprägte vertebrale Linie und lässt sich so von Podarcis liolepis unterscheiden.

  • Podarcis hispanicus von Tiscar am Südrand der Sierra de Cazorla: charakteristisch ist die im vorderen Teil gegabelte vertebrale Linie.

  • Eine weitere Eidechse der Sierra de Cazorla: Algyroides marchi (juvenil)

  • Füchse sind in der Sierra de Cazorla sehr zutraulich und haben sich offenbar darauf spezialisiert, Touristen anzubetteln.

    Nerpio

    Die Ortschaft Nerpio im Süden der Provinz Albacete liegt auf über 1000 m Höhe und ist durch kühles Klima geprägt. Östlich davon schließt sich bis Caravaca de la Cruz in der Provinz Murcia eine raue Hochebene an, die ebenfalls auf mehr als 1000 m Höhe liegt. In dieser Region fanden wir Eidechsen, die wohl zu Podarcis liolepis zu rechnen sind und äußerst variabel gezeichnet sind: Juvenile Tiere haben oftmals ein ausgeprägtes „Streifenmuster“. Bei adulten Tieren verliert sich häufig diese „Streifung“ und wird zu einem verwaschenen Punkt- oder Fleckenmuster. Andere Podarcis-Vertreter konnten wir hier nicht nachweisen: Podarcis hispanicus besiedelt vermutlich niedrigere Lagen.

  • Die wasserreiche Umgebung von Nerpio

  • Podarcis liolepis von Nerpio – Jungtier

  • Podarcis liolepis von Nerpio – adultes Tier mit verwaschener Zeichnung: adulte Tiere zeigen oftmals eine gelbliche, niemals jedoch eine orangefarbene, Kehlfärbung. Dies unterscheidet sie von Podarcis liolepis im Nordosten Spaniens, welche regelmäßig orangefarbene Kehlen haben.

  • Hochland bei Zaén de Arriba (Murcia)

  • Psammodromus edwarsianus

  • Podarcis liolepis von Zaén de Arriba – Jungtier

  • Podarcis liolepis – adultes Tier mit Punktmuster

  • Bei Zaén de Arriba

    Sierra Espuña

    Die Sierra Espuña ist ein isolierter Gebirgsstock südwestlich von Murcia mit einer Höhe von rund 1500 m. In der Gipfelregion dieses Gebirges konnten wir Podarcis hispanicus und Podarcis liolepis in direkter Syntopie nachweisen. Wir konnten hier auch keine Mikrohabitat-Einnischung erkennen: beide Arten bewohnen sonnenexponierte Mauern und Felsen, zuweilen kam es zu direkter Begegnung zwischen den zwei Arten. Juvenile Podarcis liolepis zeigten hier das charakteristische „Streifenmuster“; adulte Tiere hatten hingegen – wie in der Gegend von Nerpio – eher eine verwaschene Zeichnung.

  • Gipfelregion der Sierra Espuña

  • Podarcis liolepis – subadultes Tier

  • Podarcis liolepis – adultes Tier mit verwaschener Zeichnung

  • Podarcis hispanicus – juveniles Tier mit blauer Schwanzfärbung

  • Podarcis hispanicus – adultes Tier: Podarcis hispanicus zeichnet sich durch die ausgeprägten hellen dorsolateralen Linien sowie die spitze Kopfform mit langgestreckter Schnauze aus.

  • Direkte Syntopie von Podarcis liolepis (links) und Podarcis hispanicus (rechts)

  • Podarcis liolepis juvenil

  • Timon nevadensis (subadult)

  • Timon nevadensis – adult: Diese Eidechsen zeigten sich extrem scheu.

    Riópar

    Östlich der Ortschaft Riópar liegen Fundpunkte einer genetischen Linie, die bei KALIONTZOPOULOU als „Albacete-Murcia-Type“ bezeichnet wird. Äußerlich sind diese offensichtlich nicht von Podarcis hispanicus zu unterscheiden und werden hier deshalb zu Podarcis hispanicus gestellt. Sie besiedeln die trockene Ostseite des Parque Natural de Los Calares del Mundo y de la Sima. In Riópar selbst kommt an den Ufern des Río Mundo Podarcis virescens vor. Nach Literaturangaben lebt in dieser Gegend zudem auch Podarcis liolepis, die wir hier allerdings nicht nachweisen konnten.

  • Podarcis hispanicus („Albacete-Murcia Type“) – juvenil

  • Podarcis hispanicus („Albacete-Murcia Type“) – juvenil

  • Podarcis hispanicus („Albacete-Murcia Type“) – adult

  • Podarcis virescens, Weibchen

  • Podarcis virescens, Männchen

  • Algyroides marchi: Die Tiere leben nicht ausschließlich in Gewässernähe – das abgebildete Exemplar fanden wir auf einer Steineiche an einem trockenen Berghang.

  • Rhinechis scalaris

  • Psammodromus hispanicus – Männchen: Über das Verbreitungsgebiet dieser Art, insbesondere die Verbreitungsgrenze zwischen Psammodromus hispanicus und Psammodromus occidentalis im westlichen Zentralspanien ist bislang nur sehr wenig bekannt.

  • Psammodromus hispanicus – Weibchen mit pistaziengrünen Streifen#

    Callosa de Segura

    Abschließend soll hier noch die Sierra de Callosa de Segura im Süden der Provinz Alicante Erwähnung finden, ein rund 500 m hoher Gebirgsstock nahe der Mittelmeerküste. Laut Literatur kommt hier ebenfalls Podarcis hispanicus – „Albacete-Murcia-Type“ – vor. Tatsächlich konnten wir die Tiere hier nachweisen und auch diese scheinen sich äußerlich nicht signifikant von „normalen“ Podarcis hispanicus zu unterscheiden.

  • Podarcis hispanicus („Albacete-Murcia-Type“)

  • Acanthodactylus erythrurus (subadult) in einem Küstenhabitat südlich von Callosa de Segura

  • Acanthodactylus erythrurus – juvenil

    Fazit

    Mittlerweile ergibt sich ein zunehmend deutliches Bild der Mauereidechsen im Südosten Spaniens. Als unschätzbar wertvoll haben sich hierfür insbesondere die Arbeiten von ANTIGONI KALIONTZOPOULOU, CATARINA PINHO, D. JAMES HARRIS und MIGUEL A. CARRETERO einerseits, sowie von JULIEN P. RENOULT, PHILIPPE GENIEZ und PIERRE-ANDRE CROCHET erwiesen. Die nachfolgende Karte gibt – basierend auf den Arbeiten der genannten Autoren sowie unseren Reisen der Jahre 2014 - 2017 (siehe auch unsere Reiseberichte aus 2014 und 2015) – eine Übersicht über unsere derzeitige Kenntnis der Verbreitung von Mauereidechsen in Südost-Spanien. 

  • Verbreitung von Podarcis hispanicus (sensu lato) im Südosten Spaniens: braun schraffiert sind die Betischen Regionen, in denen die in dieser Dokumentation als Podarcis liolepis bezeichnete Form vorkommt. Der verwendete Arbeitsbegriff „striped morph“ bezieht sich auf das insbesondere bei Jungtieren ausgeprägte „Streifenmuster“; „green morph“ bezeichnet die grün gefärbte Form von Podarcis liolepis in der Gegend südlich von Valencia.

    Es bleiben weiterhin noch Fragen offen – insbesondere hinsichtlich des taxonomischen Status der in dieser Dokumentation als Podarcis liolepis bezeichneten Tiere. Denkbar wäre, diese als Unterart von Podarcis liolepis zu beschreiben. Dazu wäre es jedoch erforderlich, die Verbreitung und Kontaktzonen zu angrenzenden Arten zu untersuchen. Diese Aufgaben liegen allerdings jenseits der Möglichkeiten der vorliegenden Fotodokumentation.

    Literatur:

    Die in dieser Dokumentation erwähnten Literaturangaben beziehen sich auf nachfolgendem Artikel:
    KALIONTZOPOULOU, A. & PINHO, C. & HARRIS, D.J. & CARRETERO, M.A. (2011) - When cryptic diversity blurs the picture: a cautionary tale from Iberian and North African Podarcis wall lizards. - Biological Journal of the Linnean Society, 103: 779–800.