Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

Diese Reise war als Inselhopping über die westlichen Kykladen geplant: Milos – Serifos – Kithnos – Kea. Unsere ambitionierte Reiseplanung hatte jedoch die Unzulänglichkeiten des griechischen Fährverkehrs unterschätzt, so dass wir nur die Hälfte der geplanten Stationen besuchen konnten: Neben einem erneuten Besuch der Insel Milos (siehe unser Reisebericht aus dem Jahr 2011) hatten wir so die Gelegenheit, die Insel Serifos ausführlich zu erkunden.

  • Linosa, 12.-17.06.2018

    Linosa, 12.-17.06.2018

    Das Robinson Crusoe-Projekt

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  • Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

    Kastellorizo & Nisyros, 12.-21.05.2018

    Inseln am Rande Europas

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  • Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

    Milos & Serifos, 14. – 21.04.2018

    Frühjahrsreise auf die westlichen Kykladen

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  • Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Südostspanien, 10.2016 – 11.2017

    Betische Eidechsen – Eine Fotodokumentation

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  • Nordwestspanien, 16.-23.9.2017

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    Reptilienrallye auf der Iberischen Halbinsel

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  • Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Ionische Inseln, 25.5.-5.6.2017

    Kreuzfahrt in der Heimat des Odysseus

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  • Portugal, 14. – 21.4.2017

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    Eidechsensafari an der Atlantikküste

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  • Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Rhodos & Kastellorizo, 27.3. – 2.4.2017

    Season Opening 2017

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  • Pyrenäen, 2008 - 2016

    Pyrenäen, 2008 - 2016

    Aller guten Dinge sind Drei: Die Suche nach den Pyrenäeneidechsen

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  • Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Sizilien & Äolische Inseln, 26.5. – 6.6.2016

    Mission Vulkan! Rauchende Berge und seltene Reptilien

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  • Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Astypalaia & Naxos, 25.3.-3.4.2016

    Hellas reloaded – Besuch in Europas Biodiversitäts-Labor

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  • Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Spanien, 29.8.-11.9.2015

    Biodiversität auf der Südost-Tangente

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  • Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Montenegro, 2. – 11.7.2015

    Eidechsensafari in den Bergen Montenegros

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  •  Malta, 3. – 6.4.2015

    Malta, 3. – 6.4.2015

    Die exklusive Podarcis filfolensis Homestory!

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  • Oman, 6.–15.3.2015

    Oman, 6.–15.3.2015

    Abenteuer im Südosten der arabischen Halbinsel

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  • Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    Zentralspanien, 29.8. - 14.9.2014

    14 Tage in der Hitze Kastiliens

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  • Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Lefkada, Kefalonia & Akarnania, 24.5. - 3.6.2014

    Reptilienabenteuer in Westgriechenland

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  • Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    Mallorca / Alicante - 15.-23.03.2014

    2014 Season Kick-off mit 16 Reptilienarten

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  • Korsika, 07.-17.09.2013

    Korsika, 07.-17.09.2013

    Berge, Meer und Felseidechsen

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  • Portugal, 13. - 20.07.2013

    Portugal, 13. - 20.07.2013

    Eidechsensuche in Zentralportugal

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  • Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Rumänien, 24.05. - 03.06.2013

    Herpetologische Abenteuer von der Schwarzmeerküste zum Eisernen Tor

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  • Menorca, 17. - 24.03.2013

    Menorca, 17. - 24.03.2013

    Besuch bei den Baleareneidechsen

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  • Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Peloponnes, 20. - 27.10.2012

    Herbstreise quer durch den Peloponnes

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  • Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Montenegro, 27.07. - 04.08.2012

    Sommertrip in die Berge Montenegros

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  • Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Skyros & Evia, 26.05. - 04.06.2012

    Die Suche nach den legendären "Rieseneidechsen"...

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  • Kreta, 06. - 13.04.2012

    Kreta, 06. - 13.04.2012

    Auf der Suche nach den Blumen und Eidechsen Kretas...

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  • Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Andalusien, 10. - 18.03.2012

    Eine heiße Woche voller herpetologischer Highlights im Südwesten Andalusiens

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  • Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Nordspanien, 02. - 13.09.2011

    Herpetologische Reise in den Nordwesten Spaniens: die Berge westlich von Leon, die Atlantikküste südlich von A Coruña und die Picos de Europa.

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  • Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Ägäis, 28.05. - 13.06.2011

    Fünf Inseln in zwei Wochen: Kythira, Pori, Milos, Kimolos und Sifnos

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  • Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Rhodos & Kastellorizo, 12. - 19.03.2011

    Exkursion zur östlichsten Insel Griechenlands...

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  • Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Zentralspanien, 25.09. - 03.10.2010

    Iberolacertas in der Sierra de Gredos, Pena de Francia und Sierra de Guadarrama

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  • Alpen, 03. - 17.07.2010

    Alpen, 03. - 17.07.2010

    Unsere erste Tour in die Alpen führte uns ins Allgäu, die Julischen Alpen und nach Kärnten

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  • Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Nord-Peloponnes, 03. - 11.04.2010

    Vier Podarcis-Arten auf einen Streich!

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  • Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Nordgriechenland, 01. - 15. 06.2009

    Traumreise durch das Pindos-Gebirge...

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  • Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Sizilien, 28.03. - 04.04.2009

    Orchideenreise in den Osten Siziliens

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  • Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Spanien, November 2008 / Februar 2009

    Eidechsen in der Provinz Alicante

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  • Samos, September 2008 / 2009

    Samos, September 2008 / 2009

    Chamäleons, Goldmabuyen und schöne Strände...

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  • Kalkeifel

    Kalkeifel

    Unser regionaler „Spielplatz“: botanische Highlights, artenreiche Schmetterlingswiesen und ein bisschen Herpetofauna…

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  • Die Reiseroute (gestrichelte Linie = unsere Planung, durchgezogene Linie = wie es wirklich war)

    Teil 1 - Milos

    Wir flogen am Samstagnachmittag nach Athen und hatten eine Übernachtung in der wenig attraktiven Umgebung des Flughafens – Unser Weiterflug nach Milos war erst für den nächsten Morgen geplant.

    Sonntagmorgens um 9 Uhr landeten wir auf Milos, wo wir von unserer Wirtin abgeholt wurden, unsere Unterkunft im Hafenort Adamantas bezogen und uns um einen Mietwagen kümmerten: Urlaub! Milos ist um diese Jahreszeit noch vergleichsweise beschaulich, Massentourismus ist hier eher ein sommerliches Phänomen. Landschaftlich ist Milos – abgesehen von einigen pittoresken Küstenabschnitten – weniger spektakulär als andere Kykladen-Inseln: Im Inselinneren dominieren eher sanfte, grasbestandene Hügel und Heideland. Die Temperaturen waren während unseres Aufenthalts angenehm frühlingshaft, wenn auch der Himmel teilweise bedeckt war.

    Herpetofauna

    Die Milos-Mauereidechse (Podarcis milensis) hatten wir ja bereits auf unserer Reise im Jahr 2011 fotografiert, wir wollten aber noch bessere Bilder von dieser hübschen Art. In den Gärten rund um Adamantas wurden wir problemlos fündig. Auch von der örtlichen Form der Riesensmaragdeidechse (Lacerta trilineata hansschweizeri) wollten wir noch bessere Aufnahmen, was uns mit etwas Geduld auch gelang. Wir hatten außerdem gehofft, eine Exkursion zum 30 km südwestlich von Milos gelegenen Ananes-Archipel unternehmen zu können, um die dortige Unterart Podarcis milensis adolfjordansii zu sehen. Dieser Wunsch erwies sich aber als nicht realisierbar: So fand sich niemand mit einem seetüchtigen Boot, der uns dorthin bringen konnte. Zudem schien unser Vorhaben bereits an der mangelnden Ortskenntnis der Einheimischen – „Es gibt auf Milos keinen Ort namens Ananes“ – zu scheitern.

    Neben den Eidechsen sahen wir folgende Reptilienarten: Mauremys rivulata (Balkan-Bachschildkröte), Mediodactylus kotschyi (Ägäischer Bogenfingergecko), Hemidactylus turcicus (Europäischer Halbfingergecko), Ablepharus kitaibelii (Johannisechse), Telescopus fallax (Katzennatter), Macrovipera lebetina (Milos-Viper). Nicht nachweisen konnten wir dieses Mal Zamenis situla (Leopardnatter) und Natrix natrix (Ringelnatter), zwei Arten, die wir 2011 gesehen hatten.

    Hervorzuheben ist der Fund der Balkan-Bachschildkröten: Wir waren wenig optimistisch, diese Tiere zu finden, da angesichts großer Dürre die uns bekannten Wasserläufe ausgetrocknet waren und stehende Gewässer bereits jetzt im Frühling Niedrigwasser hatten. Zu unserer Überraschung konnten wir einzelne Tiere in völlig trockenen Bachbetten beim Sonnenbad beobachten. Zumindest temporär scheint diese Art weniger stark vom Wasser abhängig zu sein, als wir gedacht hatten.

  • Die Klippen von Sarakiniko

  • Sarakiniko

  • Podarcis milensis (Männchen)

  • Podarcis milensis: hübsch gefärbtes Weibchen

  • Mediodactylus kotschyi

  • Hemidactylus turcicus

  • Ablepharus kitaibelii

  • Telescopus fallax

  • Macrovipera lebetina

  • Orchis fragrans

  • Egretta garzetta (Seidenreiher)

  • Außergewöhnlich gelb gefärbtes Weibchen von Podarcis milensis

  • Podarcis milensis (Männchen)

  • Podarcis milensis: Männchen mit gelber Färbung

  • Podarcis milensis

  • Lacerta trilineata hansschweizeri

  • Lacerta trilineata hansschweizeri

  • Lacerta trilineata hansschweizeri (juvenil)

  • Mauremys rivulata (juvenil)

  • Mauremys rivulata

  • Milos

    Teil 2 – Serifos

    Am Dienstag um die Mittagszeit bestiegen wir eine Fähre, die uns von Milos mit Zwischenstopp auf Sifnos zu unserer nächsten Station, der Insel Serifos, brachte.

    Serifos begrüßte uns mit sommerlichem Wetter, bei der Einfahrt in den Hafen strahlte uns die beeindruckend auf einen Hügel gebaute Chora (der Hauptort) mit ihren Kykladen-typisch weißen Häusern entgegen. Wir bezogen eine Unterkunft im Hafenort Livadi, dessen Gärten noch vor wenigen Jahren ein Sumpfland waren, das ein seltenes Vorkommen der Würfelnatter (Natrix tessellata) beherbergte – dazu unten mehr.

    Der Großteil der Insel ist bergig und karg, es gibt aber einige Wasserläufe mit üppiger Vegetation. Als besonders ergiebiges Exkursionsziel erwies sich der Steno-Stausee nördlich von Livadi, der zwar fertiggestellt, aber offenbar nie in wirtschaftlichen Betrieb genommen wurde, so dass sich an seinen Ufern eine reiche Flora und Fauna entwickeln konnte. Abgesehen von den Hauptorten Chora und Livadi ist die Insel recht einsam: Die wenigen anderen Ortschaften erscheinen fast verlassen und die vereinzelten Touristensiedlungen an der Küste befanden sich noch im Winterschlaf.

    Eigentlich wollten wir bereits am folgenden Tag Serifos verlassen und per Fähre auf die Nachbarinsel Kithnos und weiter nach Kea fahren. Ein Fährstreik sollte jedoch unsere Pläne durchkreuzen, so dass wir drei Tag lang auf der Insel festsaßen. Am Ende kannten wir jede Eidechse bei ihrem Vornamen. Vielleicht war es aber auch gut so, das Tempo aus dieser Reise zu nehmen, und die Insel etwas ausführlicher zu erkunden: In der durch den Fährstreik erzwungenen Abgeschiedenheit erschien uns die Insel wie eine vergessene Welt.

  • Abschied von Milos

  • Zwischenstopp auf Sifnos

  • Ankunft auf Serifos

    Herpetofauna

    Unser Hauptaugenmerk galt auf Serifos der lokalen Form der Ägäischen Mauereidechse, die hier in der Nominatform (Podarcis erhardii erhardii) vorkommt. Zwar werden die Eidechsen, die wir 2011 auf Sifnos gesehen hatten, ebenfalls der Nominatform zugerechnet. Aber wir hatten gehört, dass die Tiere auf Serifos „ganz anders“ aussähen. Wir mussten nicht lange suchen, um uns selbst ein Bild zu machen: Die Eidechsen sind insbesondere in ausreichend feuchten Lebensräumen überall auf der Insel häufig. Charakteristisch bei den Tieren auf Serifos ist die sowohl bei Männchen als auch bei Weibchen kräftig gelbe Kehlfärbung, wohingegen die Eidechsen auf Sifnos weiße Kehlen haben. Auffällig ist zudem, dass Männchen und Weibchen bei dieser Form in etwa gleich groß zu sein scheinen (vgl. WETTSTEIN, 1953), während auf anderen Inseln die Männchen oftmals deutlich größer als die Weibchen sind.

    Es scheint bei diesen Eidechsen eine starke Tendenz zur Paarbildung zu geben, die wir bei anderen Ägäischen Mauereidechsen in dieser Intensität noch nicht beobachten konnten (die Tiere zeigten ein Verhalten, das eher an Vertreter der Gattung Lacerta erinnerte). Gerade auch in dicht besiedelten Habitaten, beispielsweise an den Ufern des genannten Stausees, konnten wir die Tiere regelmäßig paarweise beobachten. Die Paarungszeit selbst war offenbar schon vorbei – wir sahen zahlreiche trächtige Weibchen. Eine übermäßige territoriale Aggressivität konnten wir zudem nicht erkennen. Es wäre interessant herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem geringen Geschlechtsdimorphismus und dem stark ausgeprägten Paarverhalten gibt... Wie dem auch sei: Die Serifos-Eidechsen erwiesen sich als faszinierende und attraktive Fotomodelle!

    Als zweite Lacertiden-Art kommt auf Serifos Lacerta trilineata hansschweizeri vor, welche wir vor allem in den Gärten von Livadi gut beobachten konnten und die dort wenig Scheu zeigte. Weitere Reptilienarten, die wir auf der Insel nachweisen konnten, sind Ablepharus kitaibelii, Hemidactylus turcicus, Mediodactylus kotschyi, Mauremys rivulata, Telescopus fallax und Hierophis caspius (Kaspische Zornnatter); von letzter gelang uns aber kein Foto. Nicht gefunden haben wir Zamenis situla. Die Amphibienarten der Insel sind Bufotes viridis (Wechselkröte), die wir beim Steinedrehen fanden, und Pelophylax sp. (Wasserfrosch), den wir an diversen Wasserstellen beobachten konnten.

  • Podarcis erhardii erhardii: echte Hingucker!

  • Podarcis erhardii erhardii (Paar)

  • Podarcis erhardii erhardii

  • Am Steno-Stausee

  • Coenagrion ornatum

  • Ischnura elegans (immatur)

  • Trithemis annulata

  • Anax parthenope

  • Pelophylax sp.

  • Bufotes viridis

  • Mauremys rivulata: keine seltene Art auf Serifos

  • Das ehemalige Küsten-Sumpfgebiet von Livadi

  • Anacamptis laxiflora

  • Lacerta trilineata hansschweizeri

  • Lacerta trilineata hansschweizeri

  • Lacerta trilineata hansschweizeri (Weibchen)

  • Lacerta trilineata hansschweizeri (Männchen)

  • Erinaceus roumanicus (Nördlicher Weißbrustigel)

  • Chora

  • Der Norden von Serifos

  • Lacerta trilineata hansschweizeri

  • Podarcis erhardii erhardii und juvenile Lacerta trilineata hansschweizeri beim gemeinsamen Sonnenbad

  • Telescopus fallax

  • Podarcis erhardii erhardii und Mediodactylus kotschyi

  • Hemidactylus turcicus

  • Reste von Eichenwald, der früher vermutlich größere Teile der Insel bedeckte.

  • Lanius senator (Rotkopfwürger)

  • Orchis sancta (Heiliges Knabenkraut)

  • Habitat am Steno-Stausee

  • Eidechsen am See: Podarcis erhardii erhardii

  • Paar von Podarcis erhardii erhardii

  • Podarcis erhardii erhardii (Paar)

  • Podarcis erhardii erhardii

  • Podarcis erhardii erhardii: Diese Tiere machen einfach gute Laune!

  • Ruhiges Leben Serifos

    Die Würfelnatter auf Serifos

    Noch im 20. Jahrhundert galt Natrix tessellata auf Serifos als häufig. Um die Jahrtausendwende war hingegen zu befürchten, die Art sei auf der Insel ausgestorben: BROGGI (2011) weist darauf hin, die Art sei auf Serifos zuletzt von CATTANEO im Jahr 1985 beobachtet worden. Ein Totfund aus dem Jahr 2015, der auf serifoswildlife.net veröffentlicht wurde, zeigte aber, dass die Art auf der Insel noch existent sein musste. Das in der Literatur beschriebene Sumpfland bei Livadi wurde wie bereits erwähnt mittlerweile in Gärten umgewandelt. Restbestände von Anacamptis laxiflora (Lockerblütiges Knabenkraut) geben eine Vorstellung, dass dies früher ein üppiges Habitat gewesen sein muss. Ob hier noch Würfelnattern leben, darf aber bezweifelt werden – zumal die Einheimischen in der Regel jede Schlange, die ihnen begegnet, erschlagen. In den ebenfalls in der Literatur als Fundort beschriebenen Bachlauf im Haramia-Tal oberhalb von Livadi wurde vor einigen Jahren der besagte Steno-Stausee gebaut. Angesichts dieses massiven baulichen Eingriffs hatten wir wenig Hoffnung, hier fündig zu werden. Der Bachlauf unterhalb des Stausees ist mittlerweile aber wieder mit üppiger Vegetation bestanden und bietet Lebensraum für Frösche und Wechselkröten – ein durchaus geeignetes Habitat für Würfelnattern. Tatsächlich fanden wir hier die Reste eines toten Exemplars.

    Ein lebendes Tier konnten wir jedoch an anderer Stelle nachweisen: Während wir am letzten Tag unseres Aufenthalts Eidechsen am Ufer des Stausees fotografierten, schwamm im Wasser seelenruhig eine Würfelnatter vorbei und gab uns sogar noch die Gelegenheit zu ein paar Schnappschüssen. Die Art hat auf Serifos also überlebt. Bemerkenswerterweise stammen alle jüngeren Funde (unsere sowie der auf serifoswildlife veröffentlichte) offenbar aus dem Harania-/Steno-Tal.

    Stauseen sind aufgrund ihrer schwankenden Wasserspiegel oftmals eher lebensfeindlich. Dass der Stausee von Steno nicht wirtschaftlich genutzt wird, hat sich hier sicher als Vorteil erwiesen. So bietet dieser nach unseren Beobachtungen auch einen wertvollen Sekundärlebensraum für verschiedene Vogel- und Libellenarten. Angesichts dieser Beobachtungen wäre es naheliegend, den Stausee und dessen Umgebung als Schutzgebiet auszuweisen: Süßwasserseen sind in der Ägäis rar. Die Zukunft diese Habitats erscheint indes ungewiss: Die Staumauer ist offenbar undicht, an mehreren Stellen rinnt Wasser heraus. Mit Blick auf die Würfelnatter erscheint es allerdings gut möglich, dass in unzugänglichen Tälern der Insel noch weitere Vorkommen bestehen.

  • Auf der Suche nach Natrix tessellata

  • Natrix tessellata

  • Natrix tessellata

  • Motacilla flava (Schafstelze)

  • Tringa glareola (Bruchwasserläufer)

  • Plegadis falcinellus (Brauner Sichler)

  • Abschiedsgruß von Podarcis erhardii erhardii

  • Die Fähre Nach Piräus

  • Abschied von Serifos

    Epilog – Athen

    Am Freitagabend legte erstmals wieder eine Fähre auf Serifos an, die uns zurück nach Piräus brachte. Wir nahmen ein Hotelzimmer im nahegelegenen Palaio Faliro, um am nächsten Morgen eine Population eingeschleppter Ruineneidechsen (Podarcis siculus campestris) zu besuchen. Die Tiere sonnten sich unbeeindruckt von den zahlreichen Passanten an der Strandpromenade direkt neben der sechsspurigen Schnellstraße. Die Ruineneidechse offenbart sich auch hier als invasive Art, die geringe Ansprüche an ihr Habitat stellt. Schnell wurden noch einige Bilder geschossen – am Samstagmittag ging dann bereits unser Rückflug nach Düsseldorf.

  • Kulturschock Athen

  • Podarcis siculus campestris